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Wenig Interesse : Neue Bundesanleihe fällt bei Anlegern durch

Euro-Münze mit Bundesadler Bild: dpa

Die erste 30-jährige Bundesanleihe mit einem Zinskupon von null Prozent ist auf wenig Nachfrage gestoßen. Statt zwei Milliarden Euro kann der Bund nur 869 Millionen Euro plazieren.

          In der Phase historisch niedriger Zinsen ist an diesem Mittwoch eine neue Wegmarke erreicht worden: Der deutsche Staat hat erstmals eine Bundesanleihe mit 30-jähriger Laufzeit zu einem Kupon von null Prozent begeben. Doch die Auktion wurde zu einem Fehlschlag, weil die Nachfrage der Anleger deutlich unter dem Angebot blieb. 

          Markus Frühauf

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Nach Angaben der Finanzagentur, die für den Bund die Schulden verwaltet, gab es bei einem angestrebten Emissionsvolumen von 2 Milliarden Euro nur Gebote über 869 Millionen Euro. Die restlichen 1,176 Milliarden Euro nahm die Finanzagentur in den Eigenbestand. Diese Titel verkauft die Finanzagentur im weiteren Verlauf zur Kurspflege am Markt, was bislang problemlos möglich war. 

          Der Titel wird am 15. August 2050 fällig, was sogar einer Laufzeit von fast 31 Jahren entspricht. In der Auktion ist ergab sich eine Durchschnittsrendite von minus 0,11 Prozent. Am Mittwoch lag die Rendite der 30-jährigen Bundesanleihe bei minus 0,13 Prozent. Das Rekordtief erreichte die 30-jährige Rendite am vergangenen Donnerstag mit minus 0,275 Prozent. Seitdem ist sie wieder etwas gestiegen, was am Anleihemarkt mit einem Kursrückgang verbunden ist.

          Bietet der Bund den Titel mit einem Kupon von null Prozent an, liegt die Emissionsrendite aber darunter, dann müssen die Banken aus der Bietergruppe Bundesemissionen einen Emissionskurs oberhalb des Nominalwerts von 100 Prozent akzeptieren. Dieser lag bei der neuen 30-jährigen Bundesanleihe bei 103 Prozent. Die geringe Nachfrage zeigt, dass die Bereitschaft der Anleger, dem deutschen Staat Geld zu leihen und ihm dafür gleichzeitig eine "Gebühr" zu zahlen, an Grenzen stößt.

          In diesem Jahr hat die Finanzagentur nach eigenen Angaben insgesamt 131,7 Milliarden Euro an Bundeswertpapieren emittiert. Die Gebote beliefen sich insgesamt auf 165,6 Milliarden Euro. Das entspricht einer Überzeichnung von 1,26. Von den 51 Auktionen waren 13 Auktionen unterzeichnet.

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