https://www.faz.net/-gv6-aianp

Zinserhöhung : Neuseeland stemmt sich gegen die Inflation

  • Aktualisiert am

Der Traum vieler Touristen: Im kommenden Jahr will sich Neuseeland langsam wieder öffnen. Bild: dpa

Die Zentralbank des Landes hebt schon zum zweiten Mal ihren Leitzins an. Das ist jedoch noch längst nicht das Ende dieser restriktiveren geldpolitischen Strategie. Unterdessen gibt es gute Nachrichten für Touristen.

          2 Min.

          Die Zentralbank Neuseelands ergreift zusätzliche Schritte zur Eindämmung der hohen Inflation. Der Leitzins werde um weitere 0,25 Prozentpunkte auf 0,75 Prozent erhöht. Dies teilte die Notenbank am Mittwoch nach ihrer Zinssitzung in Wellington mit. Es ist die zweite Anhebung in Folge, sie wurde von vielen Analysten erwartet.

          Für die Zukunft stellten die Währungshüter weitere Zinsanhebungen in rascherem Tempo in Aussicht. Notenbankchef Adrian Orr sagte, man verfolge dennoch einen vorerst moderaten Straffungskurs. Ein Grund für den eher vorsichtigen Ansatz sei die hohe Verschuldung vieler Haushalte, die unter schnell und stark steigenden Zinsen leiden würden.

          Mit den Zinsanhebungen stemmt sich die Zentralbank gegen die Inflation im Land, die gegenwärtig mit fast fünf Prozent klar über dem Zielkorridor der Notenbank von ein bis drei Prozent liegt. Hinzu kommt die gute Verfassung des Arbeitsmarkts, was steigende Löhne und damit zusätzlichen Preisauftrieb erwarten lässt.

          Öffnung für Touristen von 2022 an

          Nach mehr als zwei Jahren coronabedingter Einschränkungen will Neuseeland von 2022 an wieder ausländische Touristen empfangen. Vom 30. April an könnten vollständig geimpfte Reisende allmählich wieder ins Land, kündigte der Minister zur Eindämmung der Corona-Pandemie, Chris Hipkins, am Mittwoch an: „Unsere Grenze zu schließen, war einer der ersten Schritte, um unser Land vor Covid-19 zu schützen. Und sie wird das letzte sein, was wir öffnen.“ 

          Mit wenigen Ausnahmen war die Einreise nach Neuseeland seit März 2020 nur Staatsbürgern und Menschen mit Wohnsitz in dem Pazifikstaat gestattet. Es gebe aber weiterhin eine Pandemie mit steigenden Corona-Fällen in Europa und anderen Regionen der Welt, hob Hipkins hervor: „Wir müssen also mit der Grenzöffnung sehr vorsichtig sein.“ So müssten auch vollständig Geimpfte getestet sein und sich nach der Ankunft in eine siebentägige staatliche Quarantäne begeben. Für Reisende aus Risikogebieten komme eine dreitägige häusliche Isolation hinzu. Weitere Bestimmungen, etwa zu einer nach Visakategorien gestaffelten Einreise, müssten noch ausgearbeitet werden.

          Neuseeland gilt weltweit als Vorzeigestaat im Kampf gegen das Virus. Es verfolgte lange eine sogenannte Null-Covid-Strategie. Zuletzt musste die Regierung des Inselstaates aber eingestehen, dass diese Strategie mit der Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante kaum noch realisierbar ist. Bislang wurden in dem Land etwa 10.200 Infektionsfälle bestätigt, 40 Menschen sind in Verbindung mit Covid-19 gestorben. Rund 84 Prozent der fünf Millionen Einwohner sind bisher vollständig gegen das Coronavirus geimpft.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Jetzt sind alle ernannt: Kanzler Olaf Scholz und sein Kabinett beim Bundespräsidenten.

          Scholz-Regierung : Der Auftrag der Ampel

          Das Virus hat der neuen Bundesregierung vor dem Start eine wichtige Lektion erteilt. Sie sollte sie beherzigen.
          Was hat Wladimir Putin in der Ukraine vor?

          Ukraine-Krise : Russlands wunde Punkte

          Neue westliche Sanktionen könnten Russland hart treffen – aber auch in Ländern wie Deutschland Schaden anrichten, das von russischem Gas abhängig ist.