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Zinslandschaft : Adieu, sichere Häfen

Nimmt immerhin keine Zinsen fürs Aufbewahren: das Sparschwein. Bild: Picture-Alliance

Die Chancen auf höhere Anleihenkurse sind begrenzt. Sie bieten damit nur noch wenig Schutz in einer Aktienbaisse. Das erklärt den Erfolg von Gold.

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          Eine alte Börsenweisheit ist durch die historisch niedrigen Zinsen nicht mehr gültig: Anleihen erstklassiger Emittenten, zu denen der deutsche Staat gehört, dienen nicht mehr als Schutz vor Kursverlusten am Aktienmarkt. Vielmehr bewegten sich die Kurse der beiden wichtigsten Wertpapiergattungen im vergangenen Jahr oft in die gleiche Richtung.

          Damit haben die Anleihen in der Corona-Krise ihre Funktion als sicherer Hafen verloren. Auf diesen Zusammenhang hatte die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich in ihrem letzten Quartalsbericht aufmerksam gemacht. Dafür ursächlich sind viele technische Faktoren, aber entscheidend ist die extrem expansive Geldpolitik der Notenbanken.

          Diese kontrollieren mit ihren Kaufprogrammen die Anleihemärkte. Die Chancen, dass die Zinsen – wie früher nach einem Ausverkauf am Aktienmarkt zu erwarten war – noch weiter sinken, sind begrenzt. Können die Renditen von Anleihen aber nicht mehr nennenswert zurückgehen, sind auch kaum Kursgewinne zu erwarten. Die Anleihen bonitätsstarker Emittenten bieten also keinen Schutz vor einer Aktienbaisse mehr. Als Zufluchtsort hat sich in der Corona-Krise Gold etabliert.

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