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Zehnjahreshoch : Kupferpreis auf Höhenflug

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Auch das Recyceln von Kupferschrott wird nicht alle Angebotsengpässe lösen können. Bild: dpa

Der Kupferpreis kennt derzeit nur die Richtung nach oben. Mögliche Streiks in Chile und die erwartete Konjunkturerholung sind die Treiber – aber auch der Übergang zu einer nachhaltigeren Produktionsweise.

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          Die Aussicht auf eine fortgesetzte Konjunkturbelebung und ein  knapperes Angebot treiben den Kupferpreis weiter an. Am Montag stieg der Preis für eine Tonne des Industriemetalls auf den höchsten Stand seit etwa zehn Jahren. An der Rohstoffbörse in London wurde ein Höchststand von 9650 Dollar markiert. Das ist der höchste Stand seit Mitte 2011.

          Das in der Industrie vielseitig eingesetzte Kupfer profitiert vor allem von der Aussicht auf konjunkturelle Besserung. Die großen Verbrauchsländer, die Vereinigten Staaten und China, erholen sich derzeit kräftig von dem schweren Wirtschaftseinbruch in der Corona-Krise. Auch in Europa mehren sich die Anzeichen für eine wirtschaftliche Erholung. Hinzu kommt der aktuell schwache Dollar, der das in der Währung gehandelte Metall für Nachfrager außerhalb des Dollarraums günstiger macht.

          Auf der Angebotsseite bestehen weiterhin Engpässe als Folge der Corona-Pandemie. Die Rohstoffexperten der Commerzbank sprechen von anhaltenden Problemen in der Versorgungssituation am Kupfermarkt. In  Chile, aus dem etwa ein Viertel des Kupfers der Welkt kommt, haben die Hafenarbeiter zum Streik aufgerufen, weil Präsident Sebastian Pinera ein Gesetzt blockieren will, das es den Bürgern zum dritten Mal erlauben würde Geld aus ihren Pensionsfonds abzuziehen.

          Eine Rolle spielen auch die höheren Inflationserwartungen, die traditionelle Sachwerten und damit auch Rohstoffen zugutekommen und gleichzeitig auf diesem Weg auch mit dazu beitragen können, dass sich die Erwartungen erfüllen.

          Langfristig sehen Experten Kupfer auch als einen zentralen Rohstoff im Übergang zu einer nachhaltigeren Wirtschaft im Aufwind. Goldman Sachs und der Händler Trafigura erwarten einen Anstieg des Preises weit über das Rekordhoch von 10.190 Dollar hinaus, das im Jahr 2011 erreicht wurde. Weil die Nachfrage substantiell über dem Angebot liegen werde, gehen sie von einer anhaltenden Rally aus.

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