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Erboste Arbeitnehmervertreter : Wut im Commerzbank-Aufsichtsrat

Die Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank ist zwar vom Tisch, sorgt aber in der Commerzbank noch für Ärger. Bild: Reuters

6 Millionen Euro hat die Commerzbank an Beraterhonoraren für die rasch gescheiterte Fusion mit der Deutschen Bank ausgegeben. Der Arbeitnehmerseite hatte man gesagt, Berater seien nicht notwendig.

          Die Arbeitnehmervertreter der Commerzbank sind am Dienstagnachmittag mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch in die von ihnen anberaumte Aufsichtsratssitzung gegangen. Aus den Unterlagen zur Sitzung geht nach Informationen der F.A.Z. hervor, dass der Vorstand und der Aufsichtsrat der Commerzbank 6 Millionen Euro für Fusionsberater – Investmentbanken wie Goldman Sachs, Rothschild und Bank of America sowie für Juristen etwa der Kanzlei Hengeler Mueller – rund um die Gespräche mit der Deutschen Bank ausgegeben haben.

          Hanno Mußler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Den Arbeitnehmervertretern dagegen habe man gesagt, sie brauchten noch keine Fusionsberater engagieren, weil die am 17. März begonnenen und knapp sechs Wochen später am 25. April abgebrochenen Fusionsgespräche „ergebnisoffen“ und von einer betriebswirtschaftlichen Prüfung noch entfernt gewesen seien, ärgert sich ein Aufsichtsrat. De facto aber habe eine Vorstufe zu einer Due Dilligence stattgefunden. „Wir fühlen uns über die Fusionsgespräche mit der Deutschen Bank schlecht informiert“, sagte der Aufsichtsrat der F.A.Z; seinen Namen will er nicht veröffentlicht sehen.

          In Finanzkreisen wird dem entgegengehalten, der komplette Aufsichtsrat sei zu Beginn und zum Ende der Fusionsgespräche informiert worden. Während der Verhandlungen habe ein auch mit Arbeitnehmervertretern besetzter Sonderausschuss des Aufsichtsrates drei Mal getagt. Zu dem offenbar aufgewendeten Betrag von 6 Millionen Euro für Fusionsberater wollte die Sprecherin der Commerzbank unmittelbar vor Beginn der Aufsichtsratssitzung am Dienstagnachmittag nicht Stellung nehmen. Finanzvorstand Stephan Engels hatte diese Kosten für Berater vor kurzem als irrelevant bezeichnet. Das mag angesichts von jährlichen Gesamtkosten der Bank von rund 7 Milliarden Euro verständlich sein.

          Doch Kritik der Arbeitnehmervertreter zieht nicht nur der Vorstand, sondern auch der Aufsichtsratsvorsitzende Stefan Schmittmann auf sich. Gegen dessen ursprünglichen Willen hat der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Uwe Tschäge, gleichzeitig Vorsitzender des Betriebsrats, beantragt und durchgesetzt, dass schon einen Tag vor der Hauptversammlung, an diesem Mittwoch, eine länger als üblich dauernde Aufsichtsratssitzung stattfindet. Tschäge forderte von Commerzbank-Chef Martin Zielke unterdessen darzulegen, warum er die Fusionsgespräche mit der Deutschen Bank beendet hat und welche strategischen Pläne er nun verfolge.

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