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Wochenausblick : Gefährlicher Börsenmix

  • Aktualisiert am

Händler an der New Yorker Wall Street. Bild: EPA

Der Börse könnte in der neuen Woche eine weitere Achterbahnfahrt bevorstehen. Wieder einmal erweist sich auch Donald Trump als Bremsklotz.

          Ein drohender Handelskrieg wegen neuer amerikanischer Importzölle dürfte dem Dax nach Einschätzung von Experten einen ungemütlichen Start in den Juni bescheren. „So lange die Situation unübersichtlich bleibt, dürften sich viele Anleger wohl erst einmal weiter mit Käufen zurückhalten“, sagt Thomas Metzger, Chef der Vermögensverwaltung des Bankhauses Bauer. In der alten Woche rückte der Dax weiter weg von der psychologisch wichtigen Marke von 13.000 Punkten. Er verlor auf Wochensicht 1,7 Prozent auf rund 12.724 Zähler.

          Die Regierungsbildung in Italien sorgte für gemischte Gefühle. Einerseits zeigten sich Anleger erleichtert darüber, dass die Hängepartie erst mal beendet ist. Experten warnten aber vor zu viel Optimismus. Die geplanten höheren Staatsausgaben der Koalition aus populistischer 5-Sterne-Bewegung und der rechten Lega könnten die Europäische Union weiterhin vor große Herausforderungen stellen, sagte Analyst Milan Cutkovic vom Handelshaus AxiTrader. Im Kabinett ist als Europaminister zudem der ausgewiesene Euro-Gegner Paolo Savona vertreten. Gegen dessen Nominierung für das Schlüsselressort Wirtschaft und Finanzen hatte Staatspräsident Sergio Mattarella zuvor sein Veto eingelegt. Über ein Drittel der Deutschen fürchtet einer Umfrage zufolge wegen der Entwicklung in Italien eine neue Euro-Krise, berichtete der „Focus“. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker trat dem entgegen.

          DAX ®

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          Die Volkswirte der Privatbank Union Bancaire Privee sehen ebenfalls nicht so schwarz. Die Euro-Zone sei heute in einem besseren Zustand als 2007. „Eine Vertrauenskrise würde jedoch zu einer Schwächung des Euros führen.“ Die Gemeinschaftswährung verbilligte sich in den vergangenen Wochen auf unter 1,17 Dollar. Anfang des Jahres waren es noch fast zehn US-Cent mehr. Analysten der schwedischen Bank SEB gehen davon aus, dass sich der Euro bis zum Ende des dritten Quartals auf 1,10 Dollar abschwächt.

          Auch Spanien steht im Fokus

          Eine Belastungsprobe für den Euro und den Aktienmarkt ist nach Ansicht von Fachleuten insbesondere der Handelsstreit mit den Vereinigten Staaten. Die EU und Kanada kündigten als Reaktion auf die von Amerika verhängten Importzölle auf Stahl- und Aluminiumprodukte Klagen vor der Welthandelsorganisation WTO an. Die Partnerländer der Vereinigten Staaten verurteilten die amerikanische Entscheidung bei einer G7-Finanzministerkonferenz in Kanada als rechtswidrig und nicht hinnehmbar. Ein drohender Handelskrieg könnte nach Meinung des Marktstrategen Metzger den Dax an einer schnellen Rückkehr zur Marke von 13.000 Punkten hindern.

          EUR/USD

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          Auch Spanien steht im Fokus der Anleger. In dem südeuropäischen Land wurde der Sozialdemokrat Pedro Sanchez neuer Ministerpräsident nachdem sein Vorgänger Mariano Rajoy gestürzt wurde. Allerdings zeichnet sich damit die Bildung einer instabilen Minderheitsregierung ab, die jedoch anders als in Italien nicht von EU-kritischen Kräften getragen wird. Zudem hat das Parteienbündnis, das die Abwahl von Rajoy unterstützte, kein gemeinsames politisches Konzept.

          Anleger behalten Deutsche Bank im Auge

          Bei den Konjunkturdaten steht die neue Woche im Zeichen der Auftragseingänge. Den Anfang machen am Montag diejenigen für langlebige Güter  Amerikas. Es folgen die Bestellungen der deutschen Maschinen- und Anlagenbauer (Mittwoch) sowie der gesamten Industrie (Donnerstag). Am Dienstag stehen die europäischen Einzelhandelumsätze auf dem Terminplan.

          Unternehmensseitig wird es mit dem Auslaufen der Bilanzsaison ruhiger. Am Mittwoch lädt die Lkw-Sparte von Daimler zum Kapitalmarkt-Tag. Hauptversammlungen stehen ebenfalls nur vereinzelt an. Im Auge behalten Anleger die Deutsche Bank, deren Aktien am Donnerstag einbrachen und mit 9,16 Euro den niedrigsten Schlussstand aller Zeiten markiert hatten.

          DT. BANK

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          Auslöser war ein Bericht des „Wall Street Journal“, demzufolge die amerikanische Notenbank (Fed) das Amerika-Geschäft des Instituts schon vor einem Jahr als „in schwierigem Zustand“ eingestuft hatte. „Die Nachrichten zeigen, dass die Deutsche Bank von den amerikanischen Behörden enorm unter Druck gesetzt wird“, sagte Branchenanalyst Thomas Hallett vom Investmenthaus Keefe, Bruyette & Woods. Zudem senkte die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) die Bonitätsnote der Bank.

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