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Corona-Hilfen : Garantien für Mini-Anleihen

Druckluftnagler im Holzrahmenbau Bild: Joh. Friedrich Behrens AG

Die Hilfen des wegen der Corona-Krise gegründeten Wirtschaftsstabilisierungsfonds werden auf Anleihen von Mittelständlern ausgedehnt. Damit lenkt das Bundeswirtschaftsministerium nach längerem Hin und Her ein.

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          Nach einem längeren Tauziehen hinter den Kulissen sichert der Wirtschaftsstabilisierungsfonds WSF, der von der Bundesregierung zur Bekämpfung der Corona-Krise ins Leben gerufen wurde, nun auch Anleihen mit kleineren Volumina ab. „Um den Bedarf der kapitalmarktorientierten Wirtschaft noch besser zu decken“, hat der Fonds nun sein Instrumentarium um Anleihegarantien mit weitgehend standardisierten Konditionen ergänzt. Nach den bisherigen Regeln waren solche Garantien nur für Anleihen mit einem Volumen von mehr als 100 Millionen Euro vorgesehen.

          Martin Hock
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Ziel sei es, Liquiditätsengpässe von Unternehmen zu beheben und ihre Finanzierung am Kapitalmarkt zu unterstützen. Damit werde insbesondere größeren Mittelständlern der Zugang zum Kapitalmarkt erleichtert und eine weitere Finanzierungsmöglichkeit neben der Bankfinanzierung eröffnet. Die weitgehende Standardisierung ermögliche dabei zügige Entscheidungen.

          Der Hersteller von Druckluftnaglern JF Behrens hatte im Juli eine solche Garantie beantragt. Dies war von Bundeswirtschaftsministerium abschlägig beschieden worden. Behrens soll stattdessen eine stille Beteiligung erhalten. Unabhängig davon hatte der Interessenverband kapitalmarktorientierter KMU, das Ministerium dazu bewegen versucht, die Garantien auf kleine Anleihen auszuweiten.

          "Dies ist ein Meilenstein für die Kapitalmarktfinanzierung des Mittelstandes in Deutschland und ein riesiger Erfolg für unseren KMU-Interessenverband„, sagt Verbandspräsident Ingo Wegerich. „Bis zuletzt standen wir im engen Austausch mit dem Bundeswirtschaftsministerium. Bisher waren Hilfen unter dem WSF vom Wohlwollen der Hausbank abhängig und dieser hier keine echte Alternative zu den KfW-Programmen. Dies ändert sich nun. An die Stelle der Hausbank tritt der Kapitalmarkt. Institutionellen Investoren könnte damit eine attraktive Investment-Alternative angeboten werden. Mit einer Absicherung durch den WSF dürfte der Kupon zwar niedriger ausfallen, aber das Risikoprofil verbessert sich. Über den WSF könnten viele Mittelständler durch die Emission von Anleihen mit einer Garantie des WSF an den Kapitalmarkt herangeführt werden."

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