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Wirtschaftskrise : Schlangen vor Banken in Argentinien

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In Argentinien spitzt sich die Schuldenkrise weiter zu, vor den Banken warten Kunden, um ihre Einlagen abzuheben. Bild: dpa

In Argentinien spitzt sich die Schuldenkrise weiter zu. In der Hauptstadt Buenos Aires bilden sich Schlangen vor den Geldinstituten, Kunden wollen ihre Einlagen abheben.

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          In der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires haben sich Menschenschlangen vor den Banken gebildet, weil viele Sparer nach der Einführung von Devisenkontrollen durch die Regierung ihre Einlagen abheben wollen. Die Menschen warteten in den frühen Morgenstunden am Montag noch vor der Bankenöffnung vor den Geldhäusern. Die Regierung hatte zuvor Devisenkäufe begrenzt, um die Landeswährung Peso zu stützen.

          Argentinien steht seit Wochen verstärkt durch einen Kursrutsch des Peso unter Druck. Die Landeswährung hat seit dem 11. August zum amerikanischen Dollar mehr als 20 Prozent an Wert verloren hat. Damals hatte der wirtschaftsfreundliche Präsident Mauricio Macri eine Vorwahl gegen seinen linksgerichteten Herausforderer Alberto Fernandez verloren. Dieser gilt nun als Favorit für die Präsidentenwahl im Oktober. An den Finanzmärkten gibt es die Sorge, dass der Peso-Verfall dazu führen könnte, dass das Land seine Dollar-Schulden nicht mehr begleichen kann. Alle drei großen Ratingagenturen stuften zuletzt das Land herab.

          Die Rückkehr Argentiniens zu Kapitalkontrollen lässt auch die Anleihen des Landes unter Druck geraten. Das in Dollar notierte Papier mit einer Laufzeit bis 2028 fiel am Montag um mehr als zwei Cent auf 36,58 Cent. Auch die auf Euro lautenden Bonds gaben deutlich nach. „Kapitalkontrollen sind ein Stress-Zeichen am Markt und spiegeln wieder, dass die Zeichen für Argentinien schwach sind“, sagte Michael Bolliger, Schwellenländer-Experte bei der UBS-Vermögensverwaltung. „Wenn der Peso weiter nachgibt, drückt das auf das Kreditprofil.“

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