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Nach dem Kurssturz : Bafin prüft mögliche Marktmanipulation bei Wirecard

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Keine hohen Zwillingstürme im Frankfurter Bankenviertel. Der Wirecard-Hauptsitz in Münchenwirkt im Vergleich zum Gebäude der Deutschen Bank beschaulich. Bild: Andreas Pohlmann

Der Kursabsturz der Wirecard-Aktie vom Mittwoch beschäftigt einmal mehr die Behörden. Wieder steht der Verdacht der Marktmanipulation im Raum.

          Der Absturz des Aktienkurses des Zahlungsabwicklers Wirecard am Mittwoch ruft die Finanzaufsicht Bafin auf den Plan. Die Behörde untersuche, ob es sich dabei um eine mögliche Marktmanipulation gehandelt haben könnte, sagte eine Bafin-Sprecherin. Der Aktienkurs war am Mittwoch um bis zu 24,7 Prozent auf 126 Euro eingebrochen, nachdem die „Financial Times“ über mögliche Straftaten eines Wirecard-Managers in Singapur berichtet hatte. Im Endeffekt war der Kurs um rund 13 Prozent gefallen.

          Wirecard hatte den Bericht als „falsch, ungenau, irreführend und diffamierend“ zurückgewiesen. Er entbehre jeder Substanz. Das Unternehmen aus Aschheim bei München war in den vergangenen Jahren wiederholt Ziel von Betrugsvorwürfen, die aber stets im Sande verliefen.

          Am Donnerstag erholte sich die Wirecard-Notierung etwas von den Verlusten des Vortags. Der Kurs legte zwischenzeitlich um bis zu 5,2 Prozent auf 152,70 Euro zu, sank dann aber wieder, so dass aktuell nur noch ein leichtes Plus zu verbuchen ist.

          WIRECARD

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          Die Analysten von Hauck & Aufhäuser schrieben, es sei "höchst unwahrscheinlich", dass die Führungsriege von Wirecard die in dem Artikel beschriebenen Praktiken dulden würde. "Wichtig ist auch, dass Wirecard in den vergangenen Jahren wiederholt von Leerverkäufer-Attacken betroffen gewesen ist und im Zuge dieser Vorwürfe Transparenz geschaffen hat, zum Beispiel, indem die Bücher für externe Prüfer geöffnet wurden", sagten die Analysten. Wirecard habe ein striktes Risikomanagement eingeführt, Investoren sollten sich auf die starken Fundamentaldaten konzentrieren.

          Commerzbank-Expertin Heike Pauls sprach in ihrem aktuellen Kommentar von "weiteren Fake News" eines Journalisten, der den Konzern quasi "in Serie" angreife. Sie wies auch auf den damit "wie üblich" einhergehenden Anstieg der Leerverkaufsquote hin. Letztlich bleibt die Expertin gelassen und sieht den Kursrückschlag als Kaufchance.

          Wirecards Geschäftsmodell sei mitunter schwer verständlich, sagte Mirko Maier, Analyst der LBBW der Nachrichtenagentur Bloomberg. Es sei einfacher, ein Unternehmen zu kritisieren, dessen Umsätz schwer zu verifizieren seien.  Wirecard sei nun einmal kein Autobauer, wo man täglich sehen könne, wie Autos die Fabrik verließen.

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