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Aktie im Sinkflug : Wilde Spekulationen um die Schweizer Notenbank

Stabiles Gemäuer, volatiler Kurs: Die Schweizerische Nationalbank in Bern Bild: Picture-Alliance

Nach einem fulminanten Aufstieg ist der Aktienkurs der Schweizer Nationalbank binnen weniger Tage stark gefallen. Was und wer steckt dahinter?

          3 Min.

          Die Schweizerische Nationalbank (SNB) gehört zu der Handvoll Notenbanken in der Welt, die an der Börse notiert sind. Dort fristete die SNB-Aktie, die nach Einschätzung der Nationalbank eher mit einer Staatsanleihe als mit einem echten Beteiligungspapier vergleichbar ist, über viele Jahre ein Mauerblümchendasein. Der Kurs dümpelte meist um die Marke von 1000 Franken herum. Doch im Herbst 2016 verdoppelte sich der Aktienpreis. Und das war erst der Anfang einer spektakulären Rally: Im April dieses Jahres kletterte der Kurs auf 8500 Franken. Danach ging es allerdings wieder flink bergab. Doch der größte Rückschlag erfolgte in den vergangenen Tagen. Binnen einer Woche verlor die Aktie mehr als ein Viertel ihres Wertes. Am Freitag lag der Kurs mit 4200 Franken nur noch leicht oberhalb des Stands vom Jahresanfang.

          Johannes Ritter

          Korrespondent für Politik und Wirtschaft in der Schweiz.

          Was steckt hinter diesem ungewöhnlich starken Auf und Ab? Wer der SNB diese Frage stellt, erntet nur ein müdes Schulterzucken. „Wir schauen nicht auf unseren Aktienkurs“, lautet die Botschaft aus Bern. Tatsächlich betreibt die Schweizer Notenbank ihr Geschäft nicht mit Blick auf die Interessen ihrer privaten Aktionäre, die knapp die Hälfte der Aktien und 24 Prozent der Stimmrechte halten, sondern auf Basis des Nationalbankgesetzes. Die Gewinne oder Verluste der SNB sind Resultat ihrer Geld- und Währungspolitik. Die Mitbestimmungs- und Vermögensrechte der privaten Aktionäre sind stark beschränkt. Als Dividende erhalten sie maximal 15 Franken je Aktie.

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