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Anlagejahr 2018 : Nichts für schwache Nerven

Der deutsche Aktienmarkt schwächelte im Vergleich zu anderen europäischen Märkten. Bild: Helmut Fricke

Das Anlagejahr 2018 dürfte viele Investoren enttäuscht haben. Mit Aktien konnten Anleger nur selten punkten – vor allem nicht mit dem Dax. Doch anderswo gab es Überraschendes. Wo sich 100.000 Euro vermehrt hätten.

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          Wer Bilanz zieht, fördert oft sehr Überraschendes zutage. Dass viele Aktienmärkte vor allem in den letzten Wochen dieses Jahres so deutlich unter Druck standen, ist wohl kaum einem Anleger entgangen. So hat allein ein Aktienindex wie der Dax in diesem Jahr 18 Prozent auf 10.558,9 Punkte verloren, einen Tag zuvor war der Dax mit gut 10.300 Punkten auf den niedrigsten Stand seit mehr als zwei Jahren gefallen. Von 100.000 Euro zu Jahresbeginn wären nur noch 82.000 Euro übrig und 18.000 Euro verloren. Dass das Jahr aus Sicht eines europäischen Anlegers aber insgesamt so negativ verlaufen ist, wie untenstehende Grafik zeigt, überrascht vielleicht doch. Dabei klangen die Vorhersagen der Anlageexperten vor einem Jahr unisono positiv. Politische Turbulenzen, fortgesetzte Handelsstreitigkeiten zwischen den Vereinigten Staaten und dem Rest der Welt oder eine restriktivere Notenbankpolitik haben das Umfeld unerwartet deutlich eingetrübt.

          Kerstin Papon
          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Die Einbußen ziehen sich quer durch alle Anlageklassen, richtige Gewinner gibt es dagegen kaum. Denn selbst die guten Nachrichten sind aus Sicht eines europäischen Anlegers nicht wirklich positiv. So klingen die Spitzenreiter wie auch schon oft in den Vorjahren mehr nach Urlaub, Sonne, Sand und Palmen und weniger nach realen Investments. Vorn liegen exotische Börsenplätze wie Jamaika oder Mauritius und Börsen im Nahen Osten wie Qatar, Abu Dhabi oder Saudi-Arabien. Solche Aktienmärkte gelten gemeinhin als vergleichsweise wenig liquide, intransparent und für ausländische Anleger schwer zugänglich.

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