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Wiener Erste Group : Österreichisches Geldhaus überholt Deutsche Bank

Das Logo der Erste-Bank in der Graben Straße in Wien Bild: Reuters

Ausgerechnet ein Finanzinstitut im kleinen Nachbarland Österreich ist an der Börse jetzt mehr Wert als die größte Bank Deutschlands – mit gerade mal der Hälfte der Mitarbeiter.

          Es ist eine stille Genugtuung für die Manager der Wiener Erste Group. Das führende Geldhaus Österreichs ist mit 14,6 Milliarden Euro an der Börse inzwischen mehr wert als der Branchenprimus in Deutschland – beschäftigt aber nur etwa halb so viele Mitarbeiter.

          Michaela Seiser

          Wirtschaftskorrespondentin für Österreich und Ungarn mit Sitz in Wien.

          Während die Erste Group bei derzeit mit gut 33 Euro je Aktie gehandelt wird, kosten Anteilscheine der Deutschen Bank weniger als 7 Euro. Dass das Aushängeschild unter den deutschen Geldhäusern so einen Verfall hinnehmen musste, bringt den Vorstand des österreichischen Marktführers auf Vergleiche. Anlässlich der Hauptversammlung in dieser Woche wurde gezeigt, dass sich der Kurs der Deutschen Bank seit 1997 mehr als halbiert hat, während sich jener des Spitzeninstituts der österreichischen Sparkassen versiebenfachte.

          Aus Sicht des scheidenden langjährigen Vorstandssprechers der Erste Group, Andreas Treichl, wäre ein Zusammenschluss mit den deutschen Sparkassen ein sinnvoller Ausweg für ihr Pendant in Frankfurt. Erste Group hat nach dem Fall des Eisernen Vorhangs in den ehemaligen Kronländern der Donaumonarchie seine Erfolgsstrategie gefunden. Heute gehört das mehrheitlich in Streubesitz befindliche Institut in den benachbarten postkommunistischen Ländern Österreichs zu den führenden Akteuren. Die von Aufholbedarf geprägte Region ist nach wie vor ihre Ertragsquelle.

          DT. BANK

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