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Ausländische Banken und Corona : Wir wollen niemals auseinandergehen

2009 mussten sich die Auslandsbanken in ihre Heimatmärkte zurückziehen - dieses Mal ist es anders. Bild: AFP

In guten Zeiten ist das deutsche Firmenkundengeschäft hart umkämpft und heiß begehrt. Doch jetzt in der Corona-Krise lohnt eine Umfrage: Ziehen sich ausländische Banken zurück – wie schon einmal in der Finanzkrise?

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          Nach dem überraschenden Quartalsgewinn und einem zwischen Anfang Januar und Ende März um seltene 6 Prozent ausgeweiteten Kreditbestand wittert die Deutsche Bank die Chance, verlorenes Terrain in Deutschland zurückzugewinnen. Ähnlich wie in der Finanzkrise, als sich Auslandsbanken und darunter vor allem die britische Royal Bank of Scotland und die französische Crédit Agricole aus Deutschland weitgehend zurückzogen und auf ihren Heimatmarkt konzentrierten, könnte es auch in der Corona-Krise laufen, insinuiert Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing. „Ja, wir sehen da eine bestimmte Entwicklung anderer Banken, ihre Commitments in Deutschland zu reduzieren, gegenüber Großkonzernen, aber auch dem Mittelstand“, sagte Sewing Analysten Ende April. Und Bettina Orlopp, Finanzchefin der Commerzbank, stieß in dieser Woche in das gleiche Horn. Die Commerzbank stehe zu ihren Kunden, während sich andere zurückzögen, wenn auch noch nicht so stark wie in der Finanzkrise. Aber ist dem wirklich so?

          Hanno Mußler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Inken Schönauer

          Redakteurin in der Wirtschaft, verantwortlich für den Finanzmarkt.

          Die Zahlen der Bundesbank geben das bisher nicht her. Im Monat März steigerten die Auslandsbanken in Deutschland demnach ihr Kreditgeschäft um 6,2 Prozent und damit stärker als die deutschen Großbanken mit 3,3, die Sparkassen mit 4,5 und die VR-Banken mit 5,8 Prozent. Und auch in einer Umfrage dieser Zeitung unter Auslandsbanken geben sich diese wacker.

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