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Betterplace Me : Spenden übers Internet

Plattformen wie Betterplace Me wollen das Spendensammeln unkomplizierter machen. Bild: Picture-Alliance

Die digitale Plattform Betterplace erweitert ihr Angebot. Auf Betterplace Me können jetzt auch Bürgerinitiativen Spenden sammeln, die nicht gemeinnützig sind.

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          Durch Internet-Spendenplattformen hat sich die Art, wie Menschen gemeinnützige Organisationen unterstützen, stark verändert. Zwar sind die spendenfreudigsten Deutschen nach wie vor Menschen über 60 Jahren – rund die Hälfte des Spendenvolumens stammt von ihnen. Doch Plattformen wie Go Fund Me, Facebook oder Betterplace haben auch jüngere Menschen zum Spenden angeregt. Denn ihre Angebote sind einfach, bequem und unmittelbar. Statt eines Jahresberichts erhalten Spender von ihrer Organisation über digitale Kontaktkanäle nach ihrer Spende ein Video, das ihnen zeigt, in welches Projekt das Geld geflossen ist.

          Philipp Krohn
          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Menschen und Wirtschaft“.

          Doch Betterplace, das sich selbst die größte deutsche Spendenplattform nennt und in elf Jahren 75 Millionen Euro eingesammelt hat, konnte bislang eine Gruppe von Spendenorganisationen nicht versorgen: solche, die nicht oder noch nicht als gemeinnützig anerkannt sind. Für sie hat die selbst gemeinnützige Organisation an diesem Donnerstag eine zweite Plattform unter dem Stichwort Betterplace Me eröffnet. „Damit können jetzt auch spontane Bürgerinitiativen Spenden sammeln, die nicht gemeinnützig sind“, sagt Vorstand Björn Lampe. „Engagement sollte nicht von der Rechtsform abhängig sein.“

          „Wir grenzen beide Bereiche absichtlich über zwei Plattformen ab“

          In den vergangenen Jahren haben sich viele Organisationen spontan gegründet, um direkt zu helfen – während der Flüchtlingskrise etwa. Unter anderem für sie soll diese neue Plattform sein. Zum Beispiel in den Themen Gesundheit und persönliche Schicksale haben sich viele kleine Gruppen gegründet, die zum Beispiel helfen, wenn eine Familie nicht genug Geld aufbringen kann, um eine Beerdigung zu finanzieren. Die 45 Mitarbeiter von Betterplace haben bislang jede Organisation, die Geld über die eigene Online-Plattform einsammeln konnte, genau geprüft.

          Auf der neuen Plattform entfällt diese Aufgabe. Ein Risiko für die eigene Reputation ergebe sich daraus nicht, glaubt Lampe. „Wir grenzen beide Bereiche absichtlich über zwei Plattformen ab“, sagt er. „Dass es für diese Organisationen keine Prüfung gibt, haben wir klar auf unserer Internetseite kommuniziert.“ Neben den zwei Plattformen betreibt die nicht gewinnorientierte Betterplace eine Akademie, eine Forschungsabteilung und unterstützt Unternehmen darin, ihre Berichterstattung zur sozialen Verantwortung digital zu optimieren. „Das Internet hat die Kraft, Engagement zu verstärken und zu beschleunigen“, sagt Lampe.

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