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Keine Anzeichen für Niedergang : Der Finanzplatz London bleibt erstaunlich lebendig

Attraktion: Hochhäuser des Londoner Finanzdistrikts Canary Wharf Bild: Reuters

Trotz des bevorstehenden Brexits behauptet sich die City als führendes Finanzzentrum. Befürchtungen, der Austritt aus der EU könne den Finanzplatz London ruinieren, bewahrheiten sich bisher nicht.

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          In der City werden die Lichter ausgehen, wenn die Briten für den EU-Austritt stimmen. Solche schrillen Warnungen kursierten, als das Brexit-Referendum vor gut drei Jahren bevorstand. In vermeintlich seriösen Analysen wurde von Oliver Wyman in einem Worst-Case-Szenario der Verlust von bis zu 75.000 Arbeitsplätzen in der Londoner Finanzbranche prognostiziert. Auch Mark Carney, der Chef der Notenbank, hat ähnliche Zahlen genannt. Davon ist bislang fast nichts eingetreten – und die Brexit-Befürworter tun diese extrem pessimistischen Prognosen als „Project Fear“ (die Angst-Kampagne) ab. Neue Statistiken und Befragungen zeigen, wie erstaunlich gut der Finanzplatz London sich gehalten hat, obwohl das geplante EU-Austrittsdatum 31. Oktober sehr nahe gerückt ist.

          Philip Plickert

          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.

          Laut einem Bericht der Beratungsgesellschaft EY haben Banken bislang lediglich 1000 Jobs aus dem Königreich in andere EU-Länder verlegt. Und die regelmäßigen EY-Berichte, für die mehr als 220 Unternehmen befragt werden, kommt auf eine Zahl von 7000 Finanzjobs, die „in der näheren Zukunft“ aus London in EU-Städte verlagert werden könnten – mit Betonung auf „könnten“. Das ist etwas mehr als die Zahl, welche die City of London Corporation, die Verwaltung und Lobbyorganisation des Finanzdistrikts, nennt. Laut City haben die Banken insgesamt 5000 Arbeitsplatzverlagerungen wegen des Brexits angekündigt.

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