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Technische Analyse : Konsolidierungen sind Teil der Hausse

Symbol für die Hausse: der Bulle vor der Frankfurter Börse Bild: Maria Klenner

Wie steht es um die Entwicklung der großen Indizes? S&P 500, DAX und Euro Stoxx 50 verlieren an Aufwärtsdynamik. Die Eintrübungen verfestigen sich.

  • -Aktualisiert am
          4 Min.

          Nach 18 Monaten – seit dem Corona-Kurstief im März 2020 – mit sehr ausgeprägten Kursgewinnen an den internationalen Aktienmärkten verfestigen sich die technischen Eintrübungen. Hier finden sich die schwächeren Konjunkturerwartungen, die erhöhten Inflationsdaten und besonders die Tapering-Diskussion der US-Notenbank, die den sehr langsamen Einstieg in den Ausstieg der ultralockeren (US-)Geldpolitik vorbereitet, wieder.

          Die damit verbundene Verschlechterung der Marktbreite bei den Sektoren und bei den Standardwerten in vielen Aktienindizes si­gnalisiert, dass sich das Aufwärtsmomentum deutlich abschwächen wird. Als Konsequenz ist der S&P 500 zuletzt aus den beschleunigten Aufwärtstrends der letzten Monate zur Seite herausgelaufen, sodass mit Blick auf den Rest des Jahres das technische Kursziel von 4400 bis 4450 nicht mehr verändert werden sollte. Der Nikkei 225 hat seine mittelfristige „Flagge“ zuletzt in Richtung 30.000 bis 31.000 verlassen, jedoch sollte die mittelfristige relative Schwäche im internationalen Index-Vergleich bestehen bleiben. Im Euro Stoxx 50 deutet sich ein Verlassen des sehr steilen 18-monatigen Hausse-Trends an, sodass das Kursziel von 4200 für 2021 ebenfalls unverändert bleibt. Im Dax ist der Versuch, sich über 16.000 nach oben abzusetzen, nicht gelungen. Ohne neues technisches Kaufsignal bleibt es bei der technischen Zielzone von 15.500 bis 16.000 für den Rest des Jahres 2021.

          Gesamtkursanstieg von +340 Prozent beim Nikkei

          Der S&P 500, ein Kursindex, befindet sich seit März 2009 (Start bei 666,6) in dem aktuellen und nicht beendeten technischen Hausse-Zyklus. Aufgrund des neuen Allzeithochs bei 4545,85 (Anfang September 2021) liegt ein – auch von Aktienrückkäufen unterstützter – Gesamtkurszugewinn von 582 Prozent vor. Zusätzlich gibt es noch eine jährliche (Brutto-)Dividendenrendite von zurzeit ungefähr 1,5 Prozent. Aus mittelfristiger technischer Sicht bewegt sich der S&P 500 seit dem Corona-Zwischenbaisse-Tief bei 2192 (März 2020) in einer Hausse. Diese ist ab Juni 2020 (Ausgang bei 2951) in einen mittelfristigen Aufwärtstrend hineingelaufen, der jetzt bei 4000 Punkten liegt und leicht unterhalb der steigenden 200-Tage-Linie (zurzeit bei 4115) verläuft. Seit November 2020 (Start bei 3600) hatte sich ein weiterer – parallel nach oben verschobener – Aufwärtstrend (Aufwärtstrendlinie bei 4400) herausgebildet, der den Index auf neue Allzeithochs, aber auch in eine mittelfristig deutlich überkaufte Lage geführt hat.

          Aufgrund der Eintrübungen bei der Marktbreite von vielen US-Standardwerten (mit einem Schwerpunkt bei konjunktursensitiven Aktien) überrascht es nicht, dass der S&P 500 diesen Aufwärtstrend zur Seite verlassen hat. Damit stehen die technischen Anzeichen an der Wall Street auf Konsolidierung unterhalb der Widerstandszone im Bereich um 4540 bis 4550. Da der Abbau der mittelfristig überkauften Lage einige Wochen in Anspruch nehmen sollte, fehlen jetzt die überzeugenden technischen Argumente, um die technische Kurszielzone von 4400 bis 4450 für 2021 mit Blick auf den Rest des Jahres noch anzupassen.

          Infografik S&P 500: Geringere Aufwärtsdynamik
          Vergrößern

          Der japanische Nikkei 225 (ein Kursindex) startete seinen Hausse-Zyklus im Oktober 2008 bei 6995. Mit dem Jahreshoch bei 30.795 (September 2021) ist hier bisher ein Gesamtkursanstieg von +340 Prozent entstanden. Aus mittelfristiger technischer Sicht steckte der Index – nach Aufwärtsrally zum Jahresanfang bis auf 30.714 – viele Monate in einer Seitwärts-/ Abwärtskonsolidierung („Flaggen-Konsolidierung“). Zuletzt war der Index – mit der Fantasie auf neue wirtschaftliche Impulse nach der Parlamentswahl Ende November 2021 – mit einen Kaufsignal aus der Flagge nach oben losgelaufen, jedoch konnte der Nikkei 225 auch hierdurch nicht die mittelfristige, relative Schwäche im Indexvergleich im Jahr 2021 aufarbeiten. Als Konsequenz sollte es nicht überraschen, wenn der Index in den kommenden Wochen unterhalb der Widerstandszone von 30.500 bis 31.000 in einer neuen Seitwärtsbewegung beziehungsweise Konsolidierung festhängen wird.

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