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Tschechien : Abschied von der aggressiven Zinspolitik

Marek Mora von der tschechische Nationalbank sieht sich in seinem Kurs bestätigt und signalisiert Entspannung. Bild: Tschechische Nationalbank

Kaum sonst in Europa sind die Zinsen so schnell gestiegen, wie in der Tschechischen Republik und die straffe Anhebung der CNB stößt nicht überall auf Begeisterung. Doch langsam entspannt sich die Lage wieder. Doch warum jetzt?

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          Die Notenbank der Tschechischen Republik (CNB) betreibt eine konservative Geldpolitik, ihre Vorstandsmitglieder gelten als zinspolitische „Falken“. Dennoch hatten sie Anfang November mit einer Zinserhöhung überrascht, die noch höher ausfiel als am Markt erwartet. Um 1,25 Punkte auf 2,75 Prozent stieg der Satz für zweiwöchige Ausleihungen, seit Sommer waren das 250 Basispunkte. Mehr Zuwachs gab es in der Zeit nur in Brasilien: 400 Punkte.

          Doch mit der aggressiven Zinspolitik in Tschechien dürfte nun erst einmal Schluss sein. So große Schritte wie in den letzten beiden Sitzungen seien für die Sitzung am 22. Dezember nicht zu erwarten, sagte Marek Mora, der Vizegouverneur der Prager Notenbank, im F.A.Z.-Gespräch: „Wir sind bereit, die Zinsen weiter zu erhöhen, aber nicht mehr so stark. Wir haben genug getan. Jetzt kommt es auf das Feintuning an.“

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