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Gewinne in Sicht : Wie die Wahlen in Amerika die Aktienkurse treiben

  • -Aktualisiert am

An der Vorderseite der New Yorker Börse hängt im Juli eine amerikanische Flagge. Bild: dpa

Donald Trump und Joe Biden kämpfen ums Weiße Haus. Egal, wer gewinnt – die Börsen werden feiern. Auch in Deutschland. Ein Gastbeitrag.

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          Die amerikanischen Wahlen im November heizen bereits die Angst in Deutschland an: Was passiert danach? Was ist mit Nordstream 2? Zieht Amerika Truppen aus Deutschland ab? Verstärken sich die Spannungen im Handel zwischen der EU und den Vereinigten Staaten? Das meiste davon ist Soziologie und für Aktienmärkte irrelevant. Was nur wenige erkennen: Die Geschichte zeigt, dass die Aktien in Präsidentschaftswahljahren auf überraschende Weise glänzen. Erstens entwickeln sie sich in 83 Prozent der Wahljahre mit durchschnittlich elf Prozent (in Dollar gerechnet) positiv, und sie steigen zum Jahresende – meist in den letzten sechs Monaten. Das ist gut für Deutschland. Die amerikanischen und deutschen Aktien sind nämlich eng miteinander verknüpft. Lassen Sie mich das erklären.

          Wenn amerikanische Anleger Politik und Märkte einschätzen, betrachten sie die Demokraten üblicherweise als schlecht für Unternehmen und die Republikaner als gut. Wie die SPD in Deutschland wollen auch die Demokraten meist höhere öffentliche Ausgaben, eine Umverteilung der Einkommen und restriktivere Regulierungen. Also denken die Anleger, dass sie den Eigentumsrechten und überhaupt den Unternehmen schaden. Die Republikaner stehen, wie die CDU, für freiere Märkte und niedrigere Steuern, sind also scheinbar unternehmensfreundlicher. Aber so einfach ist das in der Realität nicht. Beide Parteien verabschieden Gesetze, die von den Märkten gemocht oder abgelehnt werden. Beide erhöhen und senken Steuern. Beide erlassen neue Regularien und schaffen alte ab. Beide greifen in die Preisbildung und Eigentumsrechte ein. Entscheidend ist, dass die Märkte sich unter beiden gut (und schlecht) entwickelt haben.

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