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Anlegerschutz : Ach, ihr kleinen Dummerchen

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Nun ist der Deutschen Bank und ihrer lausigen IT allerhand Unfähigkeit zuzutrauen, in dem Fall allerdings sind die Banker aus dem Schneider. Das Gesetz lässt ihnen keine andere Wahl. Minderjährige unterstehen einem besonderen Anlegerschutz. Die gesetzlichen Vertreter, in der Regel also Mutter und Vater, haben die Pflicht, das Vermögen des Nachwuchses sicher und grundsätzlich gewinnbringend anzulegen. Sicherheit geht dabei vor Rendite. Und was sicher ist, das weiß, wie gesagt, der Staat am besten, auch wenn die Welt schon manche böse Überraschung erlebt hat mit angeblich sicheren Staatspapieren. Deswegen unterliegen die Eltern „Einschränkungen“ bei der Wahl der Risikoklasse: „Zur Erhaltung des Kindervermögens verbieten sich riskante Geschäfte.“Bleiben die Eltern stur, „ist das entsprechende Geschäft abzulehnen“, so steht es wörtlich im Gesetz. Wer mag, darf das ruhig als Eingriff in die Privatsphäre auffassen. Die Banken, egal wie sie heißen, setzen der Risikolust der gesetzlichen Vertreter deshalb strenge Schranken. Im Fall der Deutschen Bank etwa ist das Anlageziel „dynamisch“ (also auf höheren Wertzuwachs bedacht) für Kinder-Depots generell nicht zulässig, „auch nicht auf expliziten Wunsch des Kunden“, wie die interne Anweisung befiehlt. Aktienfonds dürfen die Eltern nur beschränkt kaufen, Termingeschäfte und Optionsscheine sind grundsätzlich tabu.

Dies beweist einmal mehr das Grundmotiv des ausufernden Anlegerschutzes: Der Sparer, dieser unmündige Tropf, muss vor sich selbst beschützt werden. Wo kämen wir hin, wenn jeder irgendwelche Wertpapiere kaufen könnte? Womöglich einfach so, ohne vorher stapelweise Formulare auszufüllen.

Der Albtraum für Kunden

Nur zum Weltspartag oder sonstigen besinnlichen Feiertagen mahnen Politiker das Volk, finanziell vorzusorgen, sich am besten mit Aktien am Produktivvermögen zu beteiligen. Wenn die gut gemischt werden, etwa mittels Indexfonds (ETF), ist das meist eine lohnende Sache. Auf die gesetzliche Rente sollte die nächste Generation lieber nicht vertrauen. Wohl dem, der früh mit dem privaten Vermögensaufbau beginnt, so die Botschaft.

Im Alltag tut die Politik unter der Flagge des „Anlegerschutzes“ freilich alles, um den Leuten die Lust am Geldanlegen zu verleiden und sie aus den Filialen zu treiben. Dort muss die Risikoneigung umständlich erfasst werden, Unmengen Seiten Papier müssen ausgefüllt, ausgedruckt, unterschrieben werden; ganz gleich, ob die Formulare jemand liest, sie im Zweifel sowieso nur dazu dienen, dass die Banken sich von jeder Verantwortung frei sprechen können, wenn der Wertpapierkauf Verluste nach sich zieht. Die Krone setzt diesem Zirkus die EU-Finanzmarktrichtlinie „Mifid 2“ auf, ein mehrere zehntausend Seiten umfassendes Werk, das zum Albtraum für Kunden wie Banken geraten ist, wie jetzt eine Studie der „Deutschen Kreditwirtschaft“ ermittelt hat. Die Anleger fühlen sich demnach zunehmend malträtiert von dem Papierkrieg, sehen erst recht nicht ein, dass die Banken jedes telefonische Beratungsgespräch mitschneiden müssen – und ziehen die Konsequenzen.

Nur noch jede zehnte Order wird heute telefonisch erstellt, klagen die Banken-Lobbyisten über den „massiven Einbruch“ dieses Geschäfts und verlangen eine Reform des Regulierungswahns. „Das Ziel der Richtlinie war mehr Anlegerschutz und mehr Vertrauen in die Kapitalmärkte. Beides ist nicht eingetroffen“, sagt Hans-Walter Peters, Präsident des Bundesverbandes der deutschen Banken. „Die Richtlinie erzeugt nur Unmut, so fühlen sich die Kunden entmündigt und von der Informationsflut überfordert. Für die Banken sind Milliardenkosten entstanden und fast kein Mehrwert für die Kunden. Unglaublich!“

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