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Internationaler Vergleich : Die negativen Zinsen der anderen

Die ABN-AMRO-Zentrale in Amsterdam: Auch in den Niederlanden müssen die Banken, ähnlich wie in Deutschland, die Negativzinsen umgehen. Bild: Reuters

Klagen über negative Zinsen für Sparer sind in Deutschland besonders laut. Gibt es solche Konditionen in anderen Eurostaaten eigentlich nicht?

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          In Deutschland hat gerade die Deutsche Bank negative Zinsen für sehr große Einlagen von Privatkunden angekündigt, die Commerzbank fängt Gespräche mit vermögenden Kunden darüber an und jede Menge kleinere Institute sind auch dabei. Mehr als 140 Banken und Sparkassen mit Negativzinsen zählt das Internetportal Biallo in Deutschland, davon fast 50 mit Regelungen auch für Privatkunden. Die Klagen über die Negativzinsen der Europäischen Zentralbank (EZB) für Einlagen der Banken bei der Notenbank sind dementsprechend in Deutschland besonders laut. Hierzulande wird besonders viel über die Negativzinsen geschimpft und polemisiert. Gibt es denn solche Negativzinsen für Sparer in den anderen Euroländern nicht, die schließlich genauso der Geldpolitik derselben Notenbank unterworfen sind?

          Christian Siedenbiedel

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die Debatte gebe es auch in anderen Euroländern, sagt Niels Nauhauser, der für die Verbraucherzentralen die juristischen Auseinandersetzungen gegen Negativzinsen in Deutschland begleitet hat. Besonders früh dabei war hingegen ein europäisches Nicht-Euroland, die Schweiz. Die „Alternative Bank“ dort gehörte zu den Pionieren der Negativzinsen für Bankkunden. Sie erhebt diese Entgelte auch bei relativ kleinen Vermögen. Zumindest für große Beträge zogen die Großbanken UBS und Credit Suisse und auch viele kleinere Privatbanken mittlerweile nach. Gleichwohl haben „Negativzinsen für alle“ sich auch in der Schweiz bislang nicht etablieren können.

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