https://www.faz.net/-gv6-9h9l9

Weniger Angst vor Zöllen : 6 Prozent Kursplus für BMW und Daimler

  • Aktualisiert am

BMW hat gerade auf der Autoshow in Los Angeles gezeigt, was im autonomen Fahren und der Elektromobilität ansteht. Bild: EPA

Die Konfliktpause im Handelszwist zwischen China und Amerika lässt die Herzen der Aktienkäufer höher schlagen. Freuen sie sich zu früh?

          Entspannungszeichen im Handelskonflikt der vereinigten Staaten und China sowie im Haushaltsstreit zwischen der EU und Italien haben dem deutschen Aktienmarkt zu einem furiosen Wochenstart verholfen. Der den Aktienmarkt mit 100 Werten breit abbildende F.A.Z.-Index steigt um 2,6 Prozent auf 2233 Punkte. der Standardwerteindex Dax steigt um 2,7 Prozent auf 11.559 Zähler.

          Gefragt sind vor allem Auto-Aktien. Die Aktienkurse von BMW und Daimler verzeichnen Aufschläge von bis zu 7 Prozent. Auch die Kurse der Autozulieferer Schaeffler, Rheinmetall und Hella verbuchen Kursaufschläge im Bereich von 6 Prozent. Die Volkswagen-Aktie hängt mit einem Aufschlag von knapp 5 Prozent etwas zurück.

          Belastend wirkt sich zum einen eine Meldung der „Financial Times“ aus, wonach die Compliance-Chefin des Autokonzerns, Hiltrud Werner, vor dem schwersten Jahr der Unternehmensgeschichte warnte, weil Volkswagen auf der ganzen Welt vielen Klagen im Zusammenhang mit dem Diesel-Skandal entgegen sehe. Zum anderen berichtet die „Bild am Sonntag“, dass dem Autohersteller ein weiteres Bußgeldverfahren droht, nachdem die Staatsanwaltschaft Braunschweig schon im Juni ein Bußgeld von einer Milliarde Euro verhängt hatte.

          F.A.Z.-Index

          -- -- (--)
          • 1T
          • 1W
          • 3M
          • 1J
          • 3J
          • 5J
          Zur Detailansicht

          Auf dem G-20-Gipfel in Buenos Aires wendeten die Vereinigten Staaten und China eine weitere Eskalation in ihrem erbittert geführten Handelsstreit vorerst ab. Neue Verhandlungen würden aufgenommen, um eine Lösung zu finden, hatten beide Seiten nach dem Abendessen von Präsident Donald Trump mit Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping mitgeteilt. Am Sonntagabend teilte Trump auf Twitter mit, die Volksrepublik habe eingewilligt, Zölle auf Autoimporte aus den Vereinigten Staaten zu senken und zu beseitigen. Gegenwärtig liegt der Zollsatz bei 40 Prozent.

          BASF

          -- -- (--)
          • 1T
          • 1W
          • 3M
          • 1J
          • 3J
          • 5J
          Zur Detailansicht

          Das Ergebnis von Buenos Aires sei wohl das bestmögliche gewesen, meinen die Devisenexperten der Commerzbank. Amerikas Gegner im Handelskonflikt hofften darauf, dass Trump zu einer ähnlichen Lösung wie im NAFTA-Rahmen bereit ist: „Minimale Zugeständnisse der Gegenseite, die er seiner Anhängerschaft als Erfolg verkaufen kann. Darauf deutet die kurze Verhandlungsperiode hin, die nach US-Interpretation Teil der Vereinbarung vom Wochenende ist: 90 Tage.“

          In so kurzer Zeit seien die grundsätzlichen Probleme aber nicht zu lösen, so die Commerzbank-Fachleute. „Es riecht also wieder nach oberflächlichem Kompromiss. Doch bleibt auch das Risiko bestehen, dass in 90 Tagen der Wind wieder anders weht und es doch auf Eskalation hinausläuft.“

          Auch in die Verhandlungen zwischen Italien und der EU kommt Bewegung. Italien will offensichtlich eine weitere Eskalation noch in diesem Jahr vermeiden und hofft, damit vielleicht sogar das Defizitverfahren umgehen zu können. „Das negative Wachstum der italienischen Wirtschaft im 3. Quartal legt jedoch das eigentliche Problem Italiens offen. Italien benötigt dringend strukturelle Reformen. Aktuell erscheinen alle Wachstumsannahmen der italienischen Regierung extrem ambitioniert“, sagte Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners. Die Rendite der zehnjährigen italienischen Staatsanleihe sinkt um rund 6 Basispunkte auf 3,15 Prozent. Vor nicht ganz zwei Wochen hatte diese noch bei mehr als 3,6 Prozent gelegen.

          Der Chemiekonzern BASF erwägt Kreisen zufolge eine Kooperation mit dem Finanzinvestor CVC. Man verhandle über mögliche Verbindungen der jeweiligen Bauchemie-Bereiche, um einen Anbieter von Fugenmassen und Dichtstoffen im Wert von bis zu 6 Milliarden Euro zu schaffen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg. Der Kurs der BASF-Aktie steigt um  4 Prozent.

          Lufthansa zeigen sich dagegen im wesentlichen unverändert. Der massive Anstieg des Ölpreises belastet die Aussichten. Der Kurs der Nordex-Aktie verteuert sich um mehr als 5 Prozent. Der Windanlagenbauer hat einen Großauftrag aus Schweden erhalten. Neben Lieferung und Errichtung ist der Konzern außerdem für die Infrastrukturarbeiten verantwortlich. Das schwedische Projekt umfasst eine Bestellung von 114 Turbinen über insgesamt 475 Megawatt.

          Weitere Themen

          Eurokurs verliert gegenüber wichtigen Währungen

          Devisenmarkt : Eurokurs verliert gegenüber wichtigen Währungen

          Die Aussicht auf noch billigeres Geld von der Europäischen Zentralbank lässt den Schweizer Franken steigen. Auch der Dollarkurs legt dank der Schuldenbremse in Amerika zu. Das britische Pfund aber gibt seine Gewinne wieder ab.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.