https://www.faz.net/-gv6-9t0nz

Anleihenmarkt : Weltweit erster Blue Social Bond stark nachgefragt

Überlingen: Der Bodensee versorgt rund vier Millionen Menschen mit Trinkwasser. Bild: dpa

Der Siegeszug der nachhaltigen Zielen dienenden Anleihen setzt sich immer stärker fort. Das zeigt ein Titel zur Wasserversorgung, der vierfach überzeichnet ist.

          1 Min.

          Der Siegeszug der nachhaltigen Zielen dienenden Anleihen setzt sich immer stärker fort. Inzwischen werden mit großem Erfolg Schuldtitel begeben, die sich wie die Green Bonds einem besonderen Thema widmen. Die neue Anleihe der Deutschen Kreditbank (DKB) ist dafür ein gutes Beispiel, denn sie war vierfach überzeichnet.

          Markus Frühauf

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Dem Angebot von 500 Millionen stand eine Nachfrage von 2 Milliarden Euro gegenüber. Das Interesse zog der Titel der Tochtergesellschaft der Bayerischen Landesbank (Bayern LB) wohl auch deshalb auf sich, weil er als weltweit erster „Blue Social Bond“ vermarktet wurde.

          Unter einer solchen „blauen sozialen Anleihe“ versteht die DKB einen öffentlichen Pfandbrief, mit dem das kommunale Geschäft zur Wasserversorgung und -entsorgung in Deutschland refinanziert werden soll. Die Emissionserlöse aus sozialen Anleihen verwendet die DKB nach eigenen Angaben für Darlehen, die einen sozialen Mehrwert versprechen. Die mit 4,1 Millionen Kunden nach der ING zweitgrößte Direktbank Deutschlands refinanziert damit Kredite aus den Bereichen soziales Wohnen, öffentliche Versorgung, Gesundheit und Pflege, Bildung und Forschung sowie Inklusion.

          Der erste Blue Social Bond

          Der erste Blue Social Bond hat eine Laufzeit von zehn Jahren und ist mit einem Zinskupon von 0,01 Prozent ausgestattet. Die niedrige Verzinsung erklärt sich aus der Konstruktion als Öffentlicher Pfandbrief. Dieser ist mit einem Darlehenspool an die öffentliche Hand, in diesem Fall Kommunen, in Höhe von 1,3 Billionen Euro unterlegt. Da Kredite an die öffentliche Hand in Deutschland als nahezu ausfallsicher gelten, schätzen die insgesamt 90 Investoren das Risiko des DKB-Titels als sehr gering ein.

          Die Anleihe wurde zu 62 Prozent in Deutschland gezeichnet und zu 38 Prozent von ausländischen Anlegern. Der Anteil der Investoren, die sich an nachhaltigen Kriterien – ESG für Environment, Social und Governance – orientieren, belief sich auf 30 Prozent. Die DKB hatte im vergangenen Jahr schon einen sozialen Pfandbrief über 500 Millionen Euro begeben. Der Verwendungsbereich dafür war sehr breit ausgelegt:

          Soziales Wohnen, Versorgung, Verkehr, Gesundheit und Pflege, Bildung und Forschung sowie Inklusion in Deutschland. Im Konzern der Bayern LB begibt auch die Tochtergesellschaft Bayerische Landesbodenkredit (Bayern Labo) soziale Anleihen, mit denen Eigenwohnraum und der Wohnungsbau gefördert werden. Der französische Nahrungsmittelkonzern Danone hat eine soziale Anleihe begeben, um die Ernährungsforschung zu finanzieren.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Vor einem Bahnhof in Wuhan warten Reisende in einer Schlange, um die Stadt zu verlassen.

          Coronavirus in China : Wuhans Stunde Null

          Elf Wochen nach der Abriegelung ist das Epizentrum des Coronavirus-Ausbruchs in China nun wieder offen. Doch bis das normale Leben nach Wuhan zurückkehrt, ist es noch ein langer Weg.
          In der indischen Stadt Ahmedabad nimmt ein Arzt einen Abstrich von einem möglicherweise erkrankten Patienten.

          Indien : Die Apotheke der Welt öffnet ihre Tür

          Nach den Drohungen des amerikanischen Präsidenten exportiert Indien nun doch wichtige Corona-Medikamente an bedürftige Länder. Die Tür zur Apotheke der Welt ist aber nur einen Spalt breit geöffnet.
          Graffiti im belgischen Wetteren: Wer muss sich wie schützen, wenn der Shutdown vorbei ist?

          Sicherheit vs. Freiheit : Was kommt nach dem Shutdown?

          Welcher Weg führt aus dem strengen Corona-Regime zurück zur tätigen Gesellschaft? Darüber muss jetzt diskutiert werden, fordert der Jurist Hinnerk Wißmann in seinem Gastbeitrag – und soziale Differenzierung ist eine Antwort.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.