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Folgen für die Banken : Das schleichende Gift des negativen Zinses

Ruhe in Kopenhagen: Noch geht es Dänemark mit den Negativzinsen gut – doch wie lange noch? Bild: Bloomberg

Negative Leitzinsen gibt es nicht nur in der Eurozone. Sie bringen Banken nicht um – aber das Verhältnis von Vor- zu Nachteilen wird ungünstiger.

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          Die deutschen Banken und Sparkassen äußern sich gerne über den von der Europäischen Zentralbank seit dem Jahre 2014 erhobenen negativen Zinssatz für die Einlagen, die Banken bei der Notenbank unterhalten. Wer die Effekte eines negativen Leitzinses auf Geschäftsbanken und Sparkassen studieren möchte, sollte aber zuerst nach Dänemark schauen, denn die dortige Notenbank führte schon im Jahre 2012 einen negativen Leitzins ein, denn sie, von einem Intermezzo abgesehen, seitdem durchhält. Alle Effekte, die für deutsche Banken und Sparkassen gelten, lassen sich schon länger in Dänemark beobachten.

          Die erste Botschaft lautet: Die dänischen Banken sind nicht zusammengebrochen. Vielmehr haben sich in den ersten Jahren dank der guten Konjunktur die Vor- und Nachteile aus dem Niedrigzins nahezu die Waage gehalten. Aber im Laufe der Zeit beginnen die Nachteile die Vorteile zu übertreffen und diese Asymmetrie würden im Falle einer schwachen Konjunktur oder gar einer Rezession immer größer. „Bis jetzt sind die Auswirkungen der negativen Zinsen weniger aufregend oder radikal als von manchmal erwartet“, sagte Lars Rohde, der Gouverneur der dänischen Notenbank, im vergangenen Jahr. „Gleichwohl muss sich der Finanzsektor an das neue Umfeld anpassen. Der Negativzins übt Druck auf die Rentabilität der Banken aus. In erster Linie fordert er das Geschäftsmodell der Banken heraus.“

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