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Vantage Towers : Vodafones Funkmasten sollen im März an die Börse

Die Deutsche Börse in Frankfurt am Main Bild: obs

Vantage Towers Börsengang könnte zu den größten in Frankfurt in den vergangenen zehn Jahre gehören. Doch auch andere Firmen haben den Gang aufs Parkett geplant.

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          Einer der größten Frankfurter Börsengänge seit Jahren wird konkret: Vodafone will seine Sparte Vantage Towers mit europäischen Funkmasten im laufenden Quartal an die Börse bringen. Der Telekombetreiber veröffentlichte am Mittwoch die offizielle Absichtsbekundung („Intention to Float“, ITF) und nannte als Zeitraum bis Ende März. Ein „bedeutender“ Minderheitsanteil soll an den Markt kommen.

          Klaus Max Smolka
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Als gesamter Unternehmenswert einschließlich Schulden werden 15 bis 18 Milliarden Euro kolportiert. Unternehmen im Segment Prime Standard sollen mindestens 25 Prozent Streubesitz vorweisen – wobei es Ausnahmen in größeren Börsengängen geben kann. Folgt Vantage Towers der Regel, stößt der Emissionserlös in die Dimension der drei nach Erhebung des F.A.Z.-Archivs größten Frankfurter Börsengänge der vergangenen zehn Jahre vor: Innogy, Siemens Healthineers und Knorr-Bremse, die jeweils rund 4 bis 5 Milliarden Euro einbrachten. Vantage Towers mit Sitz in Düsseldorf ist der zweitgrößte Funkturmbetreiber in Europa und betreibt rund 82.000 Sendeanlagen. Der britische Mutterkonzern Vodafone hatte die Börsenpläne 2019 bekanntgegeben und vergangenen Sommer Frankfurt als Börsenplatz genannt. Der Erlös dient dazu, neue Technikstandards zu entwickeln und Schulden zu senken.

          Börsengang auch von anderen Unternehmen geplant

          Der Börsengang wird federführend von den Investmentbanken Morgan Stanley, UBS und Bank of America begleitet. Die dürften auf der anstehenden Vermarktungstour bei Investoren („Roadshow“) die Aktie als Papier aus dem Infrastruktursektor bewerben – der ist bei Anlegern seit Jahren wegen erhofft verlässlicher Bargeldzuflüsse beliebt. In diesem Fall sollen das die Standortmieten sein, einschließlich jener von Vodafone als Ankermieter. Mit „inflationsgebundenen Umsatzerlösen, die langfristig gesichert sind“, macht Vorstandsvorsitzender Vivek Badrinath Reklame für das Papier. Den Aufsichtsrat soll der frühere Deutsche-Bahn-Chef Rüdiger Grube führen, was Lästerern Futter gibt: Bahnfahrer kritisieren außer Unpünktlichkeit und Fahrkartenpreisen besonders häufig Funklöcher und instabile Mobilverbindungen im Zug.

          Vodafones Schritt illustriert das wiederauflebende Frankfurter Geschäft mit Börsengängen nach einem schwachen Jahr 2020. Der Online-Autohändler Auto1 wartete schon mit einem Milliardenerlös auf. Zum lautesten Paukenschlag setzte Daimler kürzlich an: Der Konzern spaltet sich auf, womit die Lastwagensparte separat an die Börse kommt.

          Mehrere andere Unternehmen planen den Gang aufs Parkett, unter anderem der Laborbetreiber Synlab und das IT-Unternehmen Suse. Nach F.A.Z.-Informationen wird im Bildungssektor das Fremdsprachen-Unternehmen Babbel für die Börse vorbereitet: Die Muttergesellschaft Lesson Nine hat bei Beratern vorgefühlt, mandatiert ist dem Vernehmen nach noch keiner.

          Auch international brummt das Geschäft. Am heutigen Donnerstag will das Private-Equity-Haus Verdane in Stockholm Desenio aufs Parkett bringen: einen Online-Händler für Poster und Wandkunst, der seit 2016 auch in Deutschland aktiv ist. Das Plazierungsvolumen wird mit umgerechnet rund 320 Millionen Euro angegeben, basierend auf einer Gesamtbewertung von bis zu 1,1 Milliarden Euro.

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