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Samsung oder Apple : Welche Aktien profitieren vom Huawei-Streit?

  • -Aktualisiert am

Huawei stellte das faltbare Handy Mate X im Februar auf dem MWC in Barcelona vor. Bild: EPA

Der Internetriese Google hat die technische Unterstützung für sein Smartphone-Betriebssystem Android bei Huawei unterbrochen. Wem nützt der Huawei-Streit?

          Der starke Gegenwind aus Amerika für den chinesischen Technologiekonzern Huawei bringt dessen Mitbewerber an den Börsen in den Fokus. Der Huawei-Streit beflügelte am Dienstag in Seoul den Börsenkurs des südkoreanischen Smartphone-Herstellers Samsung. Der Aktienkurs kletterte in der Spitze um mehr als 4 Prozent.

          Die Kursgewinne der Südkoreaner sind nachvollziehbar, erhoffen sich doch viele Anleger, dass Samsung vom Huawei-Streit profitiert und seine Position als Platzhirsch im weltweiten Smartphone-Markt festigen und ausbauen kann. Samsung hatte im ersten Quartal 2019 einen Marktanteil von 23 Prozent. Huawei und Apple folgten auf den Plätzen zwei und drei mit Anteilen von 19 und 11,7 Prozent.

          Die großen Nutznießer des Dekrets von Präsident Donald Trump könnten auf den ersten Blick Samsung und Apple sein. Entsprechend könnten die Aktienkurse beider Unternehmen in den kommenden Wochen davon profitieren.

          Die Fantasie der Anleger kommt Samsung sehr gelegen. Der südkoreanische Technologieriese hat zu kämpfen. Im ersten Quartal musste der Konzern einen Gewinneinbruch eingestehen. Der Gewinn sank im Vergleich zum Vorjahresquartal um knapp 57 Prozent auf umgerechnet 3,9 Milliarden Euro, und bestätigte seine frühere Gewinnwarnung.

          In den vergangenen Quartalen hatte der Konzern nicht nur im Geschäft mit Halbleitern, sondern vor allem auch auch mit Smartphones gelitten. Samsung spürte die wachsende Konkurrenz - und zwar von Huawei.

          Anleger sollten nicht zu kurzfristig denken

          Ähnlich ist die Situation bei Apple. Der frühere Kassenschlager iPhone ist zwar immer noch die Cash-Cow des Konzerns, der Absatz ist jedoch zuletzt zurückgegangen. Apple könnte also durchaus in seinem Kerngeschäft mit dem iPhone, mit dem man zwei Drittel des Umsatzes generiert, vom Huawei-Streit und dessen Folgen profitieren.

          Mit Apple haben langfristig orientierte Anleger bisher sehr gutes Geld verdient, daran sollte sich nichts ändern. Die Aktie ist derzeit mit einem 2019er-KGV von 16,5 bewertet. Für ein Unternehmen, das unter dem Strich in einem Quartal so viel Geld verdient, wie manch Dax-Unternehmen im ganzen Jahr Umsatz macht, ist dies eine sehr attraktive Bewertung.

          SAMSUNG EL./25 GDRS NV PF

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          Nun aber bei Apple einzusteigen, weil der Konzern der große Profiteur des Huawei-Streits sein könnte, wäre zu kurz gedacht. Das gleiche Bild ergibt sich bei Samsung. Allein mit dem Umsatz aus dem Smartphone-Geschäft können beide Konzerne nicht leben.

          Zudem wird Chinas Führung in den kommenden Wochen wohl kaum tatenlos zusehen. Schließlich will man gegenüber den Vereinigten Staaten das Gesicht nicht verlieren. Schon jetzt mutmaßen Experten, es sei vorstellbar, dass Huawei mit staatlichen Finanzhilfen  unterstützt werde. Damit würde dem Konzern die Unabhängigkeit von amerikanischen Zuliefern  ermöglicht, in dem Huawei langfristig eigene Soft- und Hardware entwickelt. Die mehr als 11 Milliarden Dollar, die Huawei allein im vergangenen Jahr für Smartphone-Komponenten in Amerika ausgegeben hatte, würden wegfallen.

          Halbleiter-Positionen reduzieren

          Zu den Verlierern gehören dann Unternehmen aus der Halbleiterbranche wie Qualcomm und Intel sowie die deutsche Infineon und deren Aktionäre. Einen ersten Vorgeschmack, wie ängstlich die Anteilseigner der Chip-Konzerne sind, gab es am Montag. Die Aktienkurse von Infineon, ST Micro, Qualcomm und anderen Halbleiterwerten gaben massiv nach, nachdem bekannt wurde, dass Unternehmen wie Intel, Qualcomm, Xilinx und Broadcom offenbar ihren Mitarbeitern mitgeteilt haben, dass man Huawei bis auf weiteres nicht beliefern werde.

          Diese Äußerungen haben derweil Analysten veranlasst, die Branche neu einzustufen. So schrieben die Analysten von Morgan Stanley, Investoren mögen ihre Halbleiter-Positionen reduzieren.

          Letztlich wird es im Huawei-Streit am Ende nur wenige Gewinner, aber viele Verlierer geben. Die Auswirkungen des Trump-Dekret auf die Halbleiter- und Smartphone-Branche ist für Anleger derzeit nur schwer einzuschätzen. Die erste Schockwelle auf die globale Lieferkette hat am Montag zumindest an den Börsen gezeigt, dass am Ende eigentliche alle verlieren: Aktionäre, Angestellte und Kunden der betroffenen Unternehmen.

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