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Aktienkurs explodiert : Neuer Kaufrausch bei Gamestop

Eine Filiale von Gamestop im amerikanischen Emeryville Bild: dpa

Der Kurs der Gamestop-Aktie steigt zum zweiten Mal rasant. Doch was steckt eigentlich hinter dem neuen Kursanstieg?

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          Eine Weile sah es so aus, als ob der Aktienkurs des amerikanischen Videospielehändlers Gamestop zur Ruhe gekommen wäre. Nach seinem spektakulären Höhenrausch Ende Januar fiel der Preis von in der Spitze knapp 340 Dollar bis Mitte Februar auf 40 Dollar. Am Mittwochabend aber explodierte er ohne unmittelbar erkennbaren Anlass wieder und stieg um mehr als 100 Prozent. Am Donnerstag setzte sich die Rally mit Kursen von mehr als 130 Dollar fort.

          Antonia Mannweiler

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Der neuerliche Kursrausch traf dieses Mal auch viele Privatanleger unvorbereitet. Auf der Internetplattform Reddit und dem Unterforum Wallstreetbets hatten sich Kleinanleger seit Anfang des Jahres mit Gamestop-Titeln eingedeckt und auf einen Short-Squeeze spekuliert. Hedgefonds hatten mehr als die frei verfügbaren Gamestop-Aktien am Markt leer verkauft.

          Diese sogenannten Short-Seller leihen sich Aktien von anderen Investoren, verkaufen sie schnell und hoffen auf einen Preisverfall. Fällt der Kurs, kann der Leerverkäufer die Aktie billiger kaufen und dem Eigentümer zurückgeben. Steigt aber der Preis, wie im Fall von Gamestop, können die Verluste immens steigen.

          GAMESTOP CORP. A

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          Um diese zu begrenzen, und auch weil sie die Aktien den eigentlichen Eigentümern zurückgeben müssen, sind die Leerverkäufer irgendwann gezwungen, ihre Positionen zu decken und die Aktien teuer zurückzukaufen, was den Preis weiter in die Höhe treibt. Im Fachjargon wird dies als Short-Squeeze bezeichnet. Völlig unklar ist nach wie vor, was den Kurs treibt.

          Auf Reddit wurde viel diskutiert, ob es schon Ende Januar zu solch einem Short-Squeeze gekommen sei. Manche Nutzer gehen davon aus, dass sich die Hedgefonds Zeit lassen, ihre Positionen zu decken, also nicht alle Aktien auf einmal, sondern häppchenweise kaufen. Dies ist eine der Begründungen, die für den Preisanstieg genannt wird, dass sich eben Short-Seller wieder auf den Markt gewagt haben.

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          Auch der Weggang des Gamestop-Finanzchefs Jim Bell passt zeitlich mit dem Kursanstieg zusammen. Es wird gemutmaßt, dass er das Unternehmen auf Druck von Anteilseignern, maßgeblich von Großaktionär Ryan Cohen verlassen musste. Das wird bei einigen Investoren als positives Signal für die weitere Entwicklung des Unternehmens gewertet.

          Gamma-Squeeze

          Andere sehen hinter dem abermaligen Kursanstieg dagegen ein komplexeres Phänomen, einen sogenannten Gamma-Squeeze. Olaf Stotz, Finanzprofessor an der Frankfurt School of Finance, erklärt dies so, dass Investoren Optionen auf die Aktien verkaufen können, statt die Aktie selbst zu verkaufen. Um dieses Geschäft zu hedgen, also abzusichern, müsse man gleichzeitig Aktien kaufen, um gegenüber Kursbewegungen immun zu sein.

          Das gelte aber nur für kleine Bewegungen. Steige der Aktienkurs weiter, müsse man immer mehr Aktien kaufen, damit der Hedge weiter wirke. Das sei etwa einer der Gründe, warum der Kurs der Volkswagen-Stammaktie in der Finanzkrise 2008 so stark stieg, dass VW kurzfristig das wertvollste Unternehmen global war.

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