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Kursschwankungen : Russland schwächt den Franken

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Zürich: beschauliches Stadtbild, unruhige Börse. Bild: dpa

Der Franken ist schwach, am Schweizer Anleihen-Markt herrscht Unsicherheit. Der Grund dafür liegt wohl in Russland.

          Ungewöhnlich hohe Kursschwankungen am Devisen- und Anleihemarkt führen am Finanzplatz Zürich zu Fragen, wie es um den Status Schweizer Finanzanlagen als sicherer Hafen für die internationale Finanzwelt in politisch unsicheren Zeiten bestellt ist.

          So ist in den vergangenen Tagen die Rendite zweijähriger Staatsanleihen nach Kursverlusten von minus 1,01 auf minus 0,94 Prozent gestiegen. Merkwürdigerweise lassen sich vergleichbare Kursbewegungen im Handel mit fünf- und zehnjährigen Staatsanleihen nicht beobachten.

          In Zürich wie in London ist die Ansicht weit verbreitet, dass die Schweizer Finanzmärkte derzeit sehr unter der starken Abwertung des russischen Rubels und der Unsicherheit über die Kursentwicklung an den russischen Wertpapiermärkten leiden. Außerdem könnten von russischen Eigentümern kontrollierte Schweizer Unternehmen unter Sanktionen leiden.

          Damit erklären Händler auch die Schwäche des Frankens am Devisenmarkt. „Der Kurs des Schweizer Frankens hängt derzeit wesentlich von den Kapitalbewegungen ab, die aus Sanktionen gegen Russland und von Russland kontrollierten Schweizer Unternehmen folgen“, heißt es in der französischen Großbank Crédit Agricole. „Für ein kleines und offenes Land wie die Schweiz ist es sehr riskant, in ein geopolitisches Tauziehen hereingezogen zu werden“, meint die Swissquote Bank.

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