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Geldanlage : Der Siegeszug der ETF ist unaufhaltsam

Viele deutsche Anleger investieren über einen ETF an der Börse. Bild: dpa

Neue Zahlen zum Anlageverhalten der Deutschen zeigen die Vorliebe für ETF. Wer in sie investiert, sollte vor allem eines beachten.

          Der deutsche Fondsverband BVI veröffentlichte in der vergangenen Woche neue Zahlen zum Anlageverhalten der Deutschen. Inmitten all dieser oft nur für Spezialisten interessanten Daten findet sich eine Zahl, die staunen macht: Mittlerweile haben deutsche Anleger rund 140 Milliarden Euro in börsengehandelte Indexfonds investiert, die unter dem Kürzel ETF (Exchange Traded Funds) populär sind. Das ist im Vergleich zum Anfang des Jahrzehnts mehr als eine Verdopplung.

          Dennis Kremer

          Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Diese Entwicklung verdeutlicht, wie sehr ETF die Geldanlage verändert haben. Ihr Siegeszug ist auch unter den traditionell eher zurückhaltenden deutschen Anlegern nicht aufzuhalten. Drei Gründe vor allem sind es, die den Aufstieg der ETF erklären. Erstens folgen die Indexfonds einem simplen, unmittelbar einleuchtenden Konzept: Sie bilden nämlich, wie ihr Name schon sagt, die Wertentwicklung eines Index wie beispielsweise des Dax exakt nach.

          Zweitens sind sie viel günstiger als klassische Fonds, die vergleichsweise hohe Gebühren erheben, um den Fondsmanager davon zu bezahlen. Diesen, das ist der dritte und entscheidende Grund, machen ETF überflüssig, weil sie einem weisen Gedanken folgen, für den der Finanzforscher Eugene Fama 2013 den Nobelpreis erhielt: Niemand kann dauerhaft den Markt schlagen und bessere Renditen erzielen als der Aktienmarkt als Ganzes. Dann aber, so die konsequente Schlussfolgerung der ETF-Konstrukteure, braucht man es erst gar nicht zu versuchen.

          Aber sind ETF wirklich geeignet für unruhigere Börsenzeiten? Man darf sich hier nichts vormachen, ETF können nicht vor Kursverlusten schützen. Wer den Markt kauft, ist nun mal in beiden Richtungen voll dabei – bei steigenden und bei fallenden Kursen. Trotzdem sind ETF auch in unruhigen Zeiten die beste verfügbare Alternative. Zwar versprechen viele Manager klassischer Investmentfonds ihren Anlegern, sie im Abschwung durch kluge Entscheidungen vor Verlusten zu schützen. Dies mag hin und wieder glücken, die Empirie zeigt aber insgesamt ein deutliches Bild: Auf Dauer gelingt dies Fondsmanagern fast nie.

          Wer auf ETF setzt, braucht allerdings gute Nerven, wenn es an der Börse mal ruppiger zugeht. Darum gilt auch für ETF, was für die Geldanlage als solche schon immer galt: Sie sollte langfristig betrieben werden. Dann lassen sich auch schwierigere Zeiten in aller Ruhe aussitzen.

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