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Kursmechanismen : Einmal die Dividende, bitte!

Im Verlauf des Tages nach der Hauptversammlung betrug das Minus der Aktie des Versicherers Allianz bis zu 8 Euro. Bild: dpa

Ausschüttung kassieren und schnell weiter verkaufen: Dividendenjäger setzen auf einen simplen Kursmechanismus, können aber schnell danebenliegen. Aber nicht allein das Timing zählt.

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          Üblicherweise sind die Monate April und Mai hierzulande für einen besonders reichen Dividendensegen bekannt. In diesem Jahr geht es inmitten der Corona-Krise aber vor allem um das Verschieben von Hauptversammlungen und das Senken oder gar den Ausfall der von den Unternehmen zunächst geplanten Dividenden. Doch obgleich es auch im kommenden Jahr wohl keine neuen Rekorde geben dürfte, werden die Gesellschaften nun aus den Gewinnen von 2019 dennoch Milliardensummen ausschütten. Viele Unternehmen verfolgen eine wohldurchdachte, langfristige Dividendenpolitik, um ihre treuen Aktionäre zu belohnen – selbst wenn es wirtschaftlich mal nicht so gut läuft. Denn neben Kursgewinnen sind Dividenden ein wichtiger Renditebringer in den Depots der Investoren. So hohe Zahlungen locken freilich auch Anleger, die es nur auf die Dividenden abgesehen haben. Diese Spekulanten kaufen eine Aktie bisweilen erst kurz vor dem Zahltag, um das Papier alsbald wieder zu verkaufen, wenn der Kursverlauf dies erlaubt.

          Kerstin Papon

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Denn man muss eine Aktie nicht länger besitzen, um die volle Dividende zu bekommen. Wie so oft am Aktienmarkt, geht es um die Frage des richtigen Zeitpunkts. Wer ist dividendenberechtigt? Grundsätzlich gibt es kein Recht auf Dividende, es sei denn, die Hauptversammlung beschließt eine Ausschüttung. Das Recht steht dann dem Anleger zu, der das Wertpapier am Tag der Hauptversammlung besitzt. Dazu reiche es, eine Aktie an diesem Tag bis zum Handelsschluss an der Börse zu kaufen, sagt Cord Gebhardt, Geschäftsführer der Frankfurter Wertpapierbörse.

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