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Börsenherbst : Die Risikofaktoren bleiben

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Experten warnen vor weiteren Verlusten an den Börsen. Bild: dpa

Nach dem Sommergewitter ziehen erneut dunkle Wolken über den Börsen auf. Auch in der neuen Woche stehen die Risikothemen Handelsstreit und Schwellenländer im Fokus. Am Montag kämpft der Dax bisher gegen weiteren Verkaufsdruck an.

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          Der Dax ist auch in die zweite Septemberwoche zunächst mit Verlusten gestartet. Der deutsche Leitindex gab im frühen Handel um weitere 0,20 Prozent auf 11935,50 Punkte nach, konnte sich aber am Mittag mit kleinen Zugewinnen ins positicve Terrain bewegen. Die Vorgaben aus Übersee lassen die Anleger weiter vorsichtig bleiben:

          In China zeigten sich die Börsen erneut tiefrot, nachdem Präsident Donald Trump weitere Sonderzölle androhte. Da sich zudem die Stimmung für Technologie-Aktien spürbar eingetrübt hat, litten auch deutsche Branchenvertreter. Im Dax setzten die Infineon-Aktien ihre Talfahrt der vergangenen Woche fort. Wieder einmal waren sie Schlusslicht im Leitindex und verloren nun 1,2 Prozent. Den Spitzenplatz im Dax nahmen dagegen mit plus 2 Prozent die Aktien der Commerzbank ein. Hintergrund sind neuerliche Übernahmespekulationen.

          Dunkle Wolken über den Börsen

          Nach dem Sommergewitter der vergangenen Wochen ziehen Experten zufolge erneut dunkle Wolken über den Börsen auf. „Der Dax hat nach wie vor vier Probleme: Der Handelskrieg, die Gefahr einer schmutzigen Scheidung der Briten von der EU, die italienische Schuldenkrise und natürlich die Schwellenlandkrise“, sagt Robert Halver, Leiter der Kapitalmarktanalyst bei der Baader Bank. In der alten Woche verlor der deutsche Leitindex mehr als drei Prozent - so stark wie zuletzt vor einem halben Jahr. Auch an der Wall Street gingen die Anleger in Deckung. Der Dow-Jones-Index gab auf Wochensicht 0,2 Prozent nach.

          DAX ®

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          Im Zollkonflikt stehen die Verhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten und Kanada über einen Nachfolger für das Nordamerikanische Freihandelsabkommen (Nafta) im Mittelpunkt. Die Gespräche könnten sich aber noch über Wochen hinziehen, warnt Analyst David Madden vom Online-Broker CMC Markets. „Ohne ein Enddatum in Sicht werden Anleger wohl nervös bleiben.“

          Gleichzeitig drohen zusätzliche Strafzölle Amerikas auf chinesische Importe im Volumen von 200 Milliarden Dollar. „Wenn Präsident Donald Trump an der Zollschraube dreht, wird China unmittelbar zurückschlagen“, prognostiziert Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. Trump drohte bereits sogar mit noch weitere Zöllen. Zusätzlichen ärgern dürfte ihn, dass Chinas Überschuss im Handel mit den Vereinigten Staaten erneut auf einen Rekordwert gestiegen ist.

          Dow Jones

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          Bei den Schwellenländern rückt die Türkei wieder in den Vordergrund. Die dortige Notenbank berät am Donnerstag über Maßnahmen zur Stabilisierung der Währung. „Ohne eine angemessene Reaktion - also eine Zinserhöhung um 300 bis 400 Basispunkte - wird die Lira weiter abwerten und sich das Risiko der Einführung von Kapitalverkehrskontrollen erhöhen“, so Commerzbank-Analystin Antje Praefcke. Aktuell liegt der Schlüsselsatz bei 17,75 Prozent. Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat sich mehrfach gegen Zinserhöhungen ausgesprochen. Investoren sorgen sich deswegen um die Unabhängigkeit der Zentralbank.

          Notenbanken beraten über Geldpolitik

          Auch bei der Europäischen Zentralbank stehen Entscheidungen an. Eine Zinserhöhung gilt zwar als ausgeschlossen. Anleger erwarten aber, dass Mario Draghi das Ende der Anleihenkäufe offiziell einläutet. Außerdem erhoffen sie sich vom EZB-Chef Hinweise, wie die Notenbank das Geld aus fällig werdenden Papieren wiederanlegen wird.

          Die Bank von England wird wohl ebenfalls nicht an der Zinsschraube drehen. Sie könnte aber Hinweise liefern, ob bis zum Jahresende noch mit einer Anhebung zu rechnen ist. Jedoch sei dies nur vor untergeordnetem Interesse, sagt Commerzbank-Expertin Praefcke. „Denn viel stärker brennt dem Markt die Frage unter den Nägeln, ob sich Großbritannien und die EU auf ein Übergangsabkommen einigen können. Die Zeit wird immer knapper, da ein Abkommen von den Parlamenten aller EU-Staaten vor Ende März gebilligt werden müsste.“

          Entspannter blicken Börsianer dagegen auf Italien, nachdem die Regierung in Rom sich dazu bekannt hat, die Ausgaben unter Kontrolle halten zu wollen. Das Land sitzt nach Griechenland auf dem höchsten Schuldenberg in der Euro-Zone.

          Die anstehenden Konjunkturdaten aus Europa und Amerika werden Experten zufolge jeweils das Bild eines anhaltenden Aufschwungs bestätigen. Unter anderem stehen Zahlen zur Industrieproduktion (Europa am Mittwoch, Amerika am Freitag) auf dem Terminplan. Am Dienstag liefert der ZEW-Index Hinweise auf die Stimmung der deutschen Börsenprofis.

          Unabhängig davon jährt sich zum Abschluss der neuen Woche die Pleite von Lehman Brothers zum zehnten Mal. Mit dem Zusammenbruch der amerikanischen Investmentbank weitete sich Finanzkrise massiv aus.

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