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Interview mit Starinvestor : Traut den Rekorden an der Börse nicht!

Mohamed El-Erian, 61, ist ökonomischer Chefberater des Versicherungskonzerns Allianz und war Vorstandschef der Fondsgesellschaft Pimco, einer Allianz-Tochtergesellschaft. Er ist einer der renommiertesten Finanzmarktexperten der Welt. Bild: Helmut Fricke

Starinvestor Mohamed El-Erian ist besorgt: Die Zentralbanken stiften mehr Schaden als Nutzen und die Anleger spielen verrückt. Im Interview erklärt er, wie er in solchen Zeiten investiert.

          6 Min.

          Herr El-Erian, seit Anfang November hat die Europäische Zentralbank (EZB) eine neue Präsidentin, Christine Lagarde. Was halten Sie von ihr?

          Dennis Kremer

          Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Sie ist eine sehr gute Wahl, eine inspirierende Wahl.

          Fanden Sie es klug, dass sie Deutschland und die Niederlande aufgefordert hat, mehr zu investieren? Bisher haben Notenbanker solch direkte Ansprachen eher vermieden.

          Was Christine Lagarde getan hat, war sicher ungewöhnlich, weil sich Notenbanker tendenziell nicht zur Fiskalpolitik einzelner Staaten äußern, vor allem nicht neue Zentralbankchefs. Aber ich fand es trotzdem mutig und weise. Mutig, weil sie ebenjene zwei Länder namentlich genannt hat, die mit Blick auf ihren Staatshaushalt den größten Spielraum haben, um beispielsweise mehr in Infrastruktur zu investieren. Und es war weise, weil es enorm wichtig ist, diese politische Debatte genau jetzt zu führen. Denn nun sind die Regierungen gefragt. Die Notenbanken nähern sich den Grenzen ihrer Möglichkeiten.

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