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Neues Zeitalter : Keine Angst vor der Technologie-Blase

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Ob Pod, Pad oder Watch - Technik verändert das Leben. Bild: AFP

Die Kurse der großen Technologieaktien wie Apple oder Facebook steigen schier unaufhörlich. Für Goldman Sachs keine Blase, sondern die frühen Jahre einer neuen Ära.

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          Die Kurse amerikanischer Technologiegiganten steigen weiter stärker als der Markt. Am Dienstag schloss der Nasdaq Composite Index mit 7606 Punkten mit einem neuen Rekord. Zwar läuft die Aufwärtsbewegung in diesem Jahr etwas volatil, doch der Trend ist ungebrochen.

          Allerdings muss man beim Blick auf den Index berücksichtigen, dass im Nasdaq Composite keineswegs nur klassische Technologieaktien enthalten sind. Tatsächlich weisen auf Sicht von zwölf Monaten auch im allgemeinen Pharmazie-Aktien die beste Wertentwicklung auf, während die Kurse der großen Technologieaktien sich im Wesentlichen nicht besser entwickeln als der Markt es im Durchschnitt tut.

          Dass der Blick auf diese Aktien mitunter sorgenvoll ausfällt, liegt vor allem an dem seit Jahren aufgelaufenen Wertzuwachs. Gerade wenn es um Apple, Amazon und Facebook geht, so übertrifft deren Wertentwicklung den Marktdurchschnitt um ein Vielfaches. Gemeinsam werden Facebook, Amazon, Apple, Microsoft und Googles Mutterbuch Alphabet mit 3,8 Billionen Dollar bewertet, was das Bruttoinlandsprodukt Deutschlands leicht übertrifft.

          NASDAQ COMP.

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          Die Investmentbank Goldman Sachs ist dennoch der Ansicht, dass sich diese Entwicklung von Technologie-Blasen wie sie es in den Sechziger und späten Neunziger Jahren gab, unterscheidet, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg. Die jüngste Rallye baue mehr auf soliden Gewinnen auf denn auf stetig steigenden Bewertungen. 1999 war etwa Yahoo, das damals erste Gewinne machte, mit dem 800- bis 1000fachen des erwarteten Gewinnes bewertet. Bei Alphabet und Facebook ist es heute das 26fache, bei Apple nur das 16fache. Im Durchschnitt beträgt das Verhältnis das 22,6-fache und weniger als die Hälfte dessen, was die großen Fünf in der Internet-Blase der 2000er Jahre hatten.

          87 Prozent der Kursgewinne der vergangenen zehn Jahre basierten auf der Entwicklung des Unternehmensgewinns und nur 13 Prozent aus dem Anstieg der Bewertung. Für den Rest des Marktes waren dagegen zu 27 Prozent Bewertungsanstiege verantwortlich. „Im Gegensatz zum Technologiewahn der neunziger Jahre lässt sich der größte Teil dieses Erfolgs nicht mit Zukunftsspekulationen, sondern mit starken Fundamentaldaten, Einnahmen und Erträgen erklären", schreiben die Strategen Peter Oppenheimer und Guillaume Jaisson.

          Apple

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          Sie gehen davon aus, dass die Dominanz der Technologie-Aktien noch lange Zeit anhalten wird. Vergleicht man selbst, welche Bedeutung diese Unternehmen für das tägliche Leben haben mit der Bedeutung von Technologiefirmen in den frühen 2000er oder gar den Sechziger Jahren, so wird der Unterschied fühlbar.

          Für die Analysten von Goldman Sachs könnten Dekaden der Dominanz bevorstehen. So hätten von den 1800er bis 1850er Jahren Finanzfirmen den amerikanischen Aktienmarkt beherrscht, danach für sechs Dekaden Transport-, vor allem Eisenbahnaktien. Nach dem darauf folgenden Industrieboom kam das Zeitalter der Energieaktien in den 1970er Jahren.

          Facebook

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          Seitdem habe der Aufstieg von AT&T, IBM und Microsoft dazu beigetragen, den Status der Technologie zu erhöhen, da sich Telefone und Computer verbreiten. Der Marktanteil der Branche sei aber bislang noch nie so groß geworden wie der anderer beherrschender Branchen der Vergangenheit.

          Die Vorherrschaft sei noch lange nicht vorbei, da traditionellere Branchen wie Einzelhandel und Versorgungsunternehmen gezwungen seien, das Internet zu nutzen und ihre Ausrüstung aufzurüsten. Gleichzeitig bedeuten Innovationen wie künstliche Intelligenz neue Wachstumsfelder. Für die Analysten ähnelt die Entwicklung der industriellen Revolution des 19. Jahrhunderts, als eine neue Technik zur Entwicklung der nächsten führte und traditionelle Industrien mehr für neue Technik ausgaben, um zu überleben.

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