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Technische Analyse : Warum die Ölpreise erheblich steigen werden

  • -Aktualisiert am

Als bekannt wurde, dass Amerika dem Iran die bestehenden Ausnahmen für Ölexporte nach China und Japan, aber auch in die Türkei, nach Italien und in weitere Staaten von Anfang Mai an streichen werde, legte der Ölpreis über Nacht um fünf Prozent zu. Bild: Reuters

Es ist nicht ungewöhnlich, dass Ölpreise über Nacht steigen oder sinken. Doch die letzten Bewegungen des Ölpreises sind ungewöhnlich, nicht zuletzt weil Amerika und Iran involviert sind.

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          Amerika scheint mehr denn je entschlossen zu sein, Iran in der bestehenden Form den Garaus zu machen. Sollten daran bislang noch irgendwelche Zweifel bestanden haben, dürften sie seit ein paar Tagen ausgeräumt sein. Wer dem Ajatollah-Regime die letzten Chancen nimmt, sein nahezu einziges Exportgut und Devisenbringer auf dem Weltmarkt loszuwerden, der weiß, worauf er sich einlässt: Spätestens wenn Iran seine Drohungen wirklich wahrmachen und mit der Straße von Hormuz eine der wichtigsten Lebensadern der Welt überhaupt sperren sollte, müssen die Vereinigten Staaten und ihre regionalen Verbündeten handeln. Man muss kein allzu großer Prophet sein, um zu der Erkenntnis zu gelangen, dass die Auseinandersetzung von diesem Zeitpunkt an nicht mehr nur mit Worten und Sanktionen geführt werden würde.

          Am Ölmarkt weiß man das sehr genau: Kaum war am vergangenen Wochenende bekanntgeworden, dass Amerika Iran auch die bestehenden Ausnahmen für Ölexporte nach China und Japan, aber auch in die Türkei, nach Italien und in weitere Staaten von Anfang Mai an streichen wird, legte der Ölpreis über Nacht um fünf Prozent zu. Nun ist es nicht so, dass solche Preisbewegungen besonders ungewöhnlich wären. Der abgebildete Chart legt davon ein beredtes Zeugnis ab. Den Ölpreis als „volatil“ zu bezeichnen, wäre wohl die Untertreibung des Jahrzehnts. Binnen kürzester Frist verlor er 2008 mehr als drei Viertel seines Werts, vervierfachte sich daraufhin bis 2011, verlor wieder mehr als drei Viertel seines Werts und hat sich seit Beginn des aktuellen Aufwärtstrends Anfang 2016 in der Spitze abermals fast verdreifacht.

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