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Staatsanleihen im Vergleich : Warum die Kosten von Staatsbankrotten überschätzt werden

Wegen der Politik des britischen Finanz- und Wirtschaftsministeriums ist Großbritannien als Schuldner gern gesehen. Bild: Bloomberg

Eine Analyse seit Waterloo zeigt: Staatsanleihen brachten etwa so viel wie Aktien. Staatsbankrotte ändern daran nichts. Nur in Sonderfällen enden sie in einem Totalausfall.

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          Der Ruf von Staatsanleihen als Anlageklasse hat angesichts gegenwärtig niedriger Renditen trotz hoher Verschuldungen vieler Staaten gelitten. Und es ist wahr: Auf kurze und mittlere Sicht erscheint das Verhältnis von Rendite und Risiko bei vielen Papieren nicht als attraktiv. Aber wer eine sehr langfristige Betrachtung von Renditen anstellt, kommt zu einem erstaunlich anmutenden Ergebnis: Staatsanleihen sind, über die vergangenen zwei Jahrhunderte betrachtet, eine sehr attraktive Kapitalanlage gewesen – obwohl es in diesem Zeitraum mehr als genügend Staatsbankrotte und Hochinflationen gegeben hat, unter denen die Anleihebesitzer zu leiden hatten.

          6,8 Prozent nach Inflation im Jahr lautet die durchschnittliche Rendite eines international breit gestreuten Portfolios von Staatsanleihen für den Zeitraum von 1815 bis 2016. Das folgt aus Berechnungen der Ökonomen Josefin Meyer, Carmen M. Reinhart und Christoph Trebesch, die sie in ihrer Arbeit „Staatsanleihen seit Waterloo“ veröffentlicht haben. Zugrunde liegt dieser Zahl ein aus Anleihen von 91 Staaten gebildetes Portfolio. „Unsere wichtigste Erkenntnis lautet, dass die Renditen ähnlich wie bei Aktien ausreichend hoch waren, um eine angemessene Kompensation für das mit ihnen verbundene Risiko zu liefern“, schreiben die Autoren.

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