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Devisenmarkt : Warum der Schweizer Franken wieder mehr Wert ist

Hoch hinaus: Die Schweizer Währung wird seit Frühjahr 2018 tendenziell immer stärker. Bild: dpa

Die Schweizer Währung hat zuletzt wieder an Kraft gewonnen. Das will die Schweizerische Nationalbank nicht länger hinnehmen. Doch ausgerechnet das könnte einen wichtigen Handelspartner erzürnen.

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          Vor fünf Jahren hat die Schweizerische Nationalbank (SNB) die Bindung des Wechselkurses des Frankens gegenüber dem Euro aufgehoben. Der bis dahin auf 1,20 Franken je Euro zementierte Wechselkurs war schlagartig Vergangenheit. Kurzzeitig gab es für einen Euro weniger als einen Franken. Für die exportorientierte Wirtschaft war das ein Schock. Denn die eigenen Produkte und Dienstleistungen verteuerten sich für die Käufer im Ausland respektive für die Touristen, die in der Schweiz Urlaub machten.

          Johannes Ritter

          Korrespondent für Politik und Wirtschaft in der Schweiz.

          Mittels Negativzinsen von 0,75 Prozent sowie milliardenschweren Devisenkäufen stemmte sich die SNB gegen die Aufwertung des Frankens. Als zudem der Konjunkturaufschwung im Euroraum an Kraft gewann und als nach dem Sieg Emmanuel Macrons bei der Präsidentenwahl in Frankreich die Ängste vor einer politischen Destabilisierung in Europa schwanden, entwich schleichend der Druck vom Kessel. Im April 2018 kostete der Euro kurzzeitig wieder 1,20 Franken. Damals sagten manche Auguren sogar eine Abwertung bis auf 1,30 Franken je Euro voraus. Doch dazu ist es nicht gekommen. Heute würde niemand eine solche Prognose wagen. Denn der Wind hat sich tüchtig gedreht.

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