https://www.faz.net/aktuell/finanzen/finanzmarkt/warum-china-auf-eine-finanzkrise-besser-vorbereitet-ist-als-der-westen-16008190.html

Bei einer Finanzkrise : Warum China besser vorbereitet ist als der Westen

Finanzplatz Frankfurt: Viele Banken stehen heute durch höheres Eigenkapital stabiler da als vor der Finanzkrise. Bild: Ricardo Wiesinger

Die nächste Finanzkrise geht vermutlich nicht von den Banken aus: Sie entsteht über den Einbruch von Vermögenspreisen. In China könnte sich der Markt gut darauf einstellen – wenn er mit dem Staat zusammenarbeitet.

          2 Min.

          Ist China auf die nächste Finanzkrise besser vorbereitet als der Westen? Diese interessante Frage wurde auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos aufgeworfen. „Die Erinnerung der Menschen ist kurz, die Macht der Bankenlobby ist groß, und die Regulierung ist ein Waisenkind“, sagte Mark Carney, der Gouverneur der Bank of England, auf einer Podiumsdiskussion. Die Banken seien heute stabiler als vor zehn Jahren, und ein größerer Teil der Finanzgeschäfte würde über Finanzmärkte, statt durch Banken abgewickelt.

          Gerald Braunberger
          Herausgeber.

          Ob das Finanzsystem dadurch stabiler wird, ist aber nicht klar. „Eigentlich sollten die Finanzmärkte als Schockabsorber dienen, aber es besteht die Gefahr, dass die Finanzmärkte Schocks durch sehr große Kursbewegungen verstärken“, sagte Cecilia Skingsley, die stellvertretende Gouverneurin der Schwedischen Reichsbank. Dem stimmte David Lipton, der stellvertretende Generaldirektor des Internationalen Währungsfonds, zu. „Die nächste Krise wird vermutlich nicht die Banken betreffen, sondern als Einbruch von Vermögenspreisen kommen. Das wird über Verluste von Investment- und Pensionsfonds viele Menschen betreffen und viel Ärger über das Finanzsystem erzeugen.“ Auch Carney sieht solche Gefahren: „Investmentfonds sind aus der Sicht von Kunden liquide Produkte, weil sie ihre Anteile schnell verkaufen können. Die Fonds haben das Geld ihrer Kunden zum Teil aber in Wertpapieren investiert, die nicht sehr liquide sind.“

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
          Satellitenbilder zeigen die Zerstörung nach einem Angriff auf den russischen Militärstützpunkt Saki auf der Krim

          Nach Explosionen auf der Krim : Moskaus Angst vor den Ukrainern

          Die russischen Flugzeuge könnten nach dem Angriff auf der Krim zurückgezogen werden. Kiew äußert sich zurückhaltend. Ist das ein Mittel der Kriegspsychologie?
          Langfristig kein gutes Geschäft: Gas aus einer russischen Gazprom-Pipeline

          Abhängigkeit von Putin : Der Mythos vom billigen russischen Gas

          Deutschland hat trotz der Pipeline-Importe in der Vergangenheit mehr für Erdgas bezahlt als viele andere Länder, zeigt eine neue Berechnung. Eine Rechtfertigung für die Abhängigkeit von Putin scheint damit zerstört.