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Bei einer Finanzkrise : Warum China besser vorbereitet ist als der Westen

Finanzplatz Frankfurt: Viele Banken stehen heute durch höheres Eigenkapital stabiler da als vor der Finanzkrise. Bild: Ricardo Wiesinger

Die nächste Finanzkrise geht vermutlich nicht von den Banken aus: Sie entsteht über den Einbruch von Vermögenspreisen. In China könnte sich der Markt gut darauf einstellen – wenn er mit dem Staat zusammenarbeitet.

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          Ist China auf die nächste Finanzkrise besser vorbereitet als der Westen? Diese interessante Frage wurde auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos aufgeworfen. „Die Erinnerung der Menschen ist kurz, die Macht der Bankenlobby ist groß, und die Regulierung ist ein Waisenkind“, sagte Mark Carney, der Gouverneur der Bank of England, auf einer Podiumsdiskussion. Die Banken seien heute stabiler als vor zehn Jahren, und ein größerer Teil der Finanzgeschäfte würde über Finanzmärkte, statt durch Banken abgewickelt.

          Ob das Finanzsystem dadurch stabiler wird, ist aber nicht klar. „Eigentlich sollten die Finanzmärkte als Schockabsorber dienen, aber es besteht die Gefahr, dass die Finanzmärkte Schocks durch sehr große Kursbewegungen verstärken“, sagte Cecilia Skingsley, die stellvertretende Gouverneurin der Schwedischen Reichsbank. Dem stimmte David Lipton, der stellvertretende Generaldirektor des Internationalen Währungsfonds, zu. „Die nächste Krise wird vermutlich nicht die Banken betreffen, sondern als Einbruch von Vermögenspreisen kommen. Das wird über Verluste von Investment- und Pensionsfonds viele Menschen betreffen und viel Ärger über das Finanzsystem erzeugen.“ Auch Carney sieht solche Gefahren: „Investmentfonds sind aus der Sicht von Kunden liquide Produkte, weil sie ihre Anteile schnell verkaufen können. Die Fonds haben das Geld ihrer Kunden zum Teil aber in Wertpapieren investiert, die nicht sehr liquide sind.“

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