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Bank-Aktien abgestoßen : Warren Buffett setzt jetzt auf Goldminen

Das Orakel von Omaha beweist ein goldenes Händchen. Bild: AP

Die Kehrtwende kommt überraschend: Zuvor verschmähte der renommierte Investor Anlagen im Edelmetall Nummer eins. Dafür fällt eine andere Branche jetzt raus.

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          Seit Jahrzehnten hat der amerikanische Investor Warren Buffett ein glückliches Händchen gehabt. Dabei kam es immer wieder mal zu Umschichtungen im Portfolio: Zuletzt warf er etwa Fluggesellschaften im großen Stil aus dem Portfolio seiner Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway. Diese erfüllten schlicht und einfach nicht mehr seine Profitabilitätskriterien. Doch während der Corona-Krise hielt Buffett sich auffällig zurück, was Neuerwerbungen anging. Diese Zurückhaltung ist nun gefallen, wie der Investor am Freitag nach Börsenschluss in den Vereinigten Staaten mitteilte.

          Franz Nestler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Nachdem er den Banken lange Zeit die Stange gehalten hat, ist damit wohl nun Schluss: Berkshire Hathaway hat ihre Anteile an den beiden Großbanken Wells Fargo und JP Morgan verringert. Bei Goldman Sachs sei Berkshire sogar komplett ausgestiegen, wie aus einer Mitteilung der Gesellschaft hervorgeht, welche die Investitionen per 30. Juni auflistet. Noch im Juli hatte Buffett dagegen bei der Bank of America aufgestockt. Die Investmentgesellschaft besitzt inzwischen insgesamt rund eine Milliarde Bank-of-America-Aktien im Wert von 25,8 Milliarden Dollar.

          Interessanter ist aber, worin das Geld stattdessen nun fließt: Buffett setzt nämlich auf Goldminenaktien. Ganz konkret kaufte sich Berkshire 20,9 Millionen Aktien von Barrick Gold: Das sind rund 1,2 Prozent der Aktien des Unternehmens, die rund 565 Millionen Dollar wert sind. Der Aktienkurs stieg nachbörslich um rund 7 Prozent, auch wenn Barrick nur ein kleiner Posten für Berkshire ist.

          Gold

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          Dabei war die Ablehnung von Warren Buffett gegenüber dem Edelmetall lange Zeit legendär. Besonders sein Auftritt an der Universität Harvard im Jahr 1998 ist vielen in Erinnerung geblieben. Dort sagte er: „Gold wird aus dem Boden ausgegraben. Dann schmelzen wir es ein, graben ein anderes Loch, verstecken das Gold wieder darin und bezahlen dann Menschen, um darum herumzustehen und es zu bewachen. Gold ist einfach unnütz. Wenn Marsmenschen das sähen, würden sie sich am Kopf kratzen.“

          Doch Buffett rechnete es auch in einem Aktionärsbrief aus dem Jahr 2011 einmal ganz kühl aus: Würde man das gesamte Gold der Welt einschmelzen, wäre es damals rund 9600 Milliarden Dollar wert gewesen. Für diesen Betrag könnte man aber auch das gesamte Ackerland der Vereinigten Staaten erwerben und könnte immer noch ein Unternehmen wie Exxon Mobil 16 Mal kaufen – damals das profitabelste Unternehmen der Welt. Ackerland und die Unternehmen würden dann Erträge liefern, während Gold nur herumliege.

          BERKSH. H.B NEW DL-,00333

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          Woher nun der Sinneswandel? Der Goldpreisverfall des Jahres 2013 hat bei vielen Produzenten zu einem Umdenken geführt. Den Preissturz nahmen viele Goldproduzenten zum Anlass, ihre Bilanzen auf Vordermann zu bringen. Abschreibungen wurden vorgenommen und sich von weniger rentablen Einheiten getrennt. Nun, wo der Goldpreis wieder ansteigt, zahlt sich das aus, da die Produktionskosten stabil geblieben sind. Vor diesen Zahlen bei den aktuell steigenden Goldpreisen konnte wohl auch Buffett nicht widerstehen.

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