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Berkshire Hathaway : Warren Buffett tut sich schwer

Gefragt wie eh und je: Investor Warren Buffett Bild: Reuters

Die jüngsten Geschäftszahlen der Holding von Warren Buffett waren ansprechend. Doch der Starinvestor tut sich derzeit schwer, geeignete Kaufobjekte zu finden. Auch bei eigenen Aktien.

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          Bald wird er 91 Jahre alt, aber seine Aktie ist immer noch gefragt. Es ist zwar nur 1 Prozent, um das der Kurs am Montag zulegt, aber das nur, weil schon im Vorfeld der jüngsten Ergebnisveröffentlichung kräftig gekauft wurde. Die Rede ist vom amerikanischen Staranleger Warren Buffett und dessen Holding Berkshire Hathaway.

          Martin Hock
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Im zweiten Quartal des laufenden Jahres stieg deren Betriebsergebnis gegenüber dem Vorjahreszeitraum um satte 21 Prozent auf 6,7 Milliarden Dollar, wie das Konglomerat am Samstag mitteilte. Da aber auch nicht-realisierte Anlagegewinne und -verluste ausgewiesen werden müssen, ist dieser Wert allerdings stark schwankungsanfällig und wenig aussagekräftig hinsichtlich des eigentlichen Geschäftsverlaufs. Nichtsdestoweniger: Da ja hinlänglich bekannt ist, in welchen Unternehmen Buffett investiert ist, ließ sich ein gutes Ergebnis im Vorfeld abschätzen und so schlugen die Anleger schon vor der Veröffentlichung am Wochenende zu. man will ja nicht zu spät dran sein.

          Was bei aller Begeisterung für Buffett derzeit schmerzlich vermisst wird, ist eine so richtig große Investition. Was Wunder, tut sich Buffett angesichts der hohen Bewertungen schwer, geeignete Ziele  zu finden. Überhaupt ist vergleichsweise wenig los in den Büchern von Berkshire Hathaway. Gerade einmal für 1,1 Milliarden Dollar netto wurden Aktien im zweiten Quartal verkauft. Das sei im Grunde „Hauswirtschaft“, sagte Berkshire-Aktionär Tom Russo von Gardner Russo & Quinn der Nachrichtenagentur Bloomberg. Buffett sei bereit, das in größerem Umfang zu tun. Die große Investition scheint sich da nicht abzuzeichnen.

          Und so läuft auch Buffett mehr oder weniger mit einem guten Gesamtmarkt mit. In den vergangenen zwölf Monaten brachte die Berkshire-Aktie gegenüber dem S&P-500-Index nur einen Mehrertrag von rund 2,5 Prozent. Und das war schon gut, weil er so wieder etwas aufholte. Die ganz großen Zeiten von Buffett - oder besser der Aktie von Berkshire Hathaway - scheinen zudem vorbei zu sein. Seit 2018 läuft sie dem marktbreiten S&P-500-Index auf Zehn-Jahres-Sicht deutlich hinterher.

          Tatsächlich nutzt Berkshire Hathaway seine enorme Liquidität von zuletzt 144 Milliarden Dollar seit 2018 verstärkt für Aktienrückkäufe, die aber im zweiten Quartal mit sechs Milliarden Dollar etwas niedriger ausfielen..Berkshire Hathaway steckte im zweiten Quartal weitere rund sechs Milliarden Dollar in den Rückkauf eigener Aktien. Im ersten Halbjahr 2021 gab das Unternehmen für diese Art der Kurspflege nach eigenen Angaben 12,6 Milliarden Dollar aus. Da aber die Aktie ohnehin schon nicht sonderlich liquide ist, muss Buffett - der sich gegen Aktienrückkäufe lange gesträubt hat - damit etwas langsamer machen.

          BERKSH. H.B NEW DL-,00333

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