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Investmentfonds : Wann sich ein Fondsmanager lohnt

Ob Fondsmanager oder Anleger, an der Börse weiß keiner immer, wie es genau funktioniert. Bild: dpa

Nach jüngsten Daten hat es ein großer Teil der aktiven Aktienfondsmanager wieder einmal nicht geschafft, den Vergleichsindex zu schlagen. Das auf Unfähigkeit zu schieben, ist indes zu einfach.

          Um Vor- und Nachteile aktiv verwalteter Aktienfonds wird etwa so lang gestritten, wie es sie gibt. Stellte sich früher vor allem die Frage, ob sich die Kosten für einen Vermögensverwalter lohnten oder man selbst nicht erfolgreicher sein könne, geht es heute vor allem um den Vergleich mit kostengünstigen indexorientierten Anlagen. Denn die Kosten der Verwaltung können sich am Ende nur lohnen, wenn unter dem Strich durch eine vom Index abweichende Geldanlage mehr herauskommt.

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Der Berechner führender Aktienindizes – des S&P-500 und des Dow Jones Industrial Average – ist der Indexanbieter S&P Dow Jones. Der legt halbjährlich eine Untersuchung vor, wie sich denn diese aktiv verwalteten Fonds geschlagen haben – im Vergleich zu den entscheidenden Indizes, im jeweiligen Landes oder in der jeweiligen Branche. Denn eines ist klar: Wer etwa das Ergebnis eines Fonds, der russische Aktien kauft, mit dem Dax vergleicht, tut dem Fonds unrecht.

          Indizes zu übertreffen, ist schwierig – aber möglich

          Wie so oft zeigt sich, dass das Gros der Aktienfonds den Anspruch, besser abzuschneiden als der Index, nicht einlösen kann. So blieben zwischen Juli 2017 und Juni 2018 60 Prozent der aktiv verwalteten deutschen Aktienfonds hinter dem Vergleichsindex S&P Germany BMI (Broad Market Index) zurück.

          Auch mit Blick auf den Anspruch, wenigstens langfristig bessere Ergebnisse zu verzeichnen, hat S&P Dow Jones nichts Ermutigendes zu berichten: Je länger der Zeithorizont, desto weniger Fonds können gewinnen. Über einen Zeitraum von zehn Jahren verfehlten schon vier von fünf Fonds das Ziel, ihre auch als „Benchmark“ bezeichnete Referenzgröße zu übertreffen.

          Das heißt umgekehrt aber auch, dass es durchaus möglich ist, mit einem aktiv verwalteten Fonds unter dem Strich besser abzuschneiden. Das zeigen auch die Detailergebnisse. So erzielten die Fonds über den Ein-Jahres-Zeitraum eine durchschnittliche Rendite von 3,2 Prozent, was daran liegen dürfte, dass einige der Fonds besonders gut abgeschnitten habe.. Die durchschnittliche Rendite war damit immerhin 0,73 Prozentpunkte höher als das, was der Vergleichsindex S&P Germany BMI brachte. Dieser schnitt übrigens seinerseits deutlich besser ab als der Dax. Viel eher ist der S&P-Index von der Ertragsentwicklung mit F.A.Z.-Index vergleichbar. Längerfristig fallen die Fonds aber hinter den Index zurück.

          Auf die Größe kommt es an

          Auch zeigt sich ein deutlich anderes Ergebnis, wenn man die Größe der einzelnen Fonds berücksichtigt. Gewichtet man die Renditen der Fonds nach dem Fondsvermögen, so fällt die durchschnittliche Rendite deutlich auf 1,8 Prozent und liegt damit unter der des S&P Germany BMI. Kurioserweise schneiden die großen Fonds dann langfristig wieder besser ab, so dass die vermögensgewichtete Rendite, die laut S&P Dow Jones die Wertentwicklung für einen durchschnittlichen Anleger besser anzeigt, über zehn Jahre um 0,27 Prozentpunkte höher ausfällt.

          Es zeigt sich, dass die Frage nicht so einfach zu beantworten ist, ob denn nun ein aktiv verwalteter Fonds die bessere Wahl ist als ein Fonds, der nur den Index abbildet. Es kommt eben einmal mehr darauf an – und zwar eben nicht nur auf die Leistung des Fondsmanagers.

          So muss man die Stärke der Märkte berücksichtigen. Nicht umsonst gibt es die Börsenweisheit, dass eine Flut auch die schwächsten Boote hebt. In Phasen also, in denen der Markt gut läuft und Aktien gekauft werden und die Kurse auf breiter Front steigen, ist es schwer, keine Gewinne zu machen, und noch schwerer, auf den höchsten Punkt der Flut zu gelangen. Entscheidend ist in der Geldanlage viel mehr, in schlechten Zeiten geringere Verluste zu machen.

          Und tatsächlich zeigt sich die Tendenz, dass die Fonds über zehn Jahre um so stärker hinter dem Index zurückgeblieben sind, je besser dieser gelaufen ist. So liegen amerikanische Aktienfonds um jährlich 3,7 Prozentpunkte unter dem Ergebnis des S&P 500 und niederländische gar um 4,5 Prozentpunkte unter dem Vergleichsindex. Umgekehrt konnten die Fonds in Italien und Spanien deutlich besser abschneiden.

          Europäische Fonds schlagen sich besser

          Deutsche Aktien liefen zwar gar nicht so schlecht, hinkten allerdings der Entwicklung des Europa-Index S&P Europe 350 bis vor zwei Jahren hinterher. Und während europäische Aktienfonds im Zehn-Jahres-Vergleich weniger Ertrag brachten als der Index, so lieferten sie zwischen Juli 2017 und Juni 2018 deutlich bessere Ergebnisse ab.

          Zudem ist die Fondsgröße zu beachten. Wenngleich die Gesellschaften in der Gestaltung der Gebühren frei sind, so richten sich diese doch nach Kosten. Und hier sind sehr kleine sowie sehr große Fonds im Nachteil. Sehr kleine Fonds können bezogen auf den einzelnen Anteil sehr teuer sein.

          Größe birgt dagegen die Gefahr, immer mehr unfreiwillig zu einem Indexfonds zu werden. Aufgrund der schieren Größe macht das einzelne Investment nur noch geringe Unterschiede, besonders wenn man das Risiko einer solchen Position betrachtet. Da die aktive Verwaltung aber teurer ist als eine regelbasierte Bindung an einen Index, muss der aktive Fonds letztlich deutlich schlechter abschneiden.

          Tatsächlich legen die Daten von S&P Dow Jones nahe, dass große Fonds öfter eine schwächere Wertentwicklung aufweisen. Denn die vermögensgewichtete Rendite scheint immer dann deutlich niedriger zu sein als die ungewichtete, wenn große Fonds in einer Anlageklasse besonders viel Einfluss haben. Das ist zum Beispiel bei amerikanischen Fonds der Fall, aber auch bei skandinavischen oder französischen. Dagegen fällt etwa bei Schwellenländerfonds die gewichtete Rendite immer etwas höher aus. Indes ist das nicht mehr als ein Indiz.

          Die Kosten drücken die Fondsrendite im Schnitt

          Dass aktiv verwaltete Aktienfonds im Durchschnitt schlechter abschneiden als Indizes und damit auch schlechter als preiswerte ETFs, die Indizes nachbilden, ist letztlich nicht verwunderlich. Denn das Wesentliche ist, dass es hier um einen Durchschnitt geht. Und im Durchschnitt müssen aktiv verwaltete Fonds vor Kosten zwingend dazu tendieren, genau das zu bringen, was der Markt hergibt. Je größer ihr Anteil am Markt ist, desto mehr sind sie der Markt. Da sie aber teurer sind, müssen sie nach Kosten im Durchschnitt schlechter abschneiden, wenn ihnen eben nicht vor allem die Marktphase besonders entgegen kommt.

          Letztlich kommt es bei der Entscheidung für einen aktiven Fonds darauf an, den richtigen Manager zu erwischen, wenn das Ziel ist, besser als der Markt abzuschneiden. Die Chancen sind dann größer, wenn der Markt schlecht läuft.

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