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Investmentfonds : Wann sich ein Fondsmanager lohnt

So muss man die Stärke der Märkte berücksichtigen. Nicht umsonst gibt es die Börsenweisheit, dass eine Flut auch die schwächsten Boote hebt. In Phasen also, in denen der Markt gut läuft und Aktien gekauft werden und die Kurse auf breiter Front steigen, ist es schwer, keine Gewinne zu machen, und noch schwerer, auf den höchsten Punkt der Flut zu gelangen. Entscheidend ist in der Geldanlage viel mehr, in schlechten Zeiten geringere Verluste zu machen.

Und tatsächlich zeigt sich die Tendenz, dass die Fonds über zehn Jahre um so stärker hinter dem Index zurückgeblieben sind, je besser dieser gelaufen ist. So liegen amerikanische Aktienfonds um jährlich 3,7 Prozentpunkte unter dem Ergebnis des S&P 500 und niederländische gar um 4,5 Prozentpunkte unter dem Vergleichsindex. Umgekehrt konnten die Fonds in Italien und Spanien deutlich besser abschneiden.

Europäische Fonds schlagen sich besser

Deutsche Aktien liefen zwar gar nicht so schlecht, hinkten allerdings der Entwicklung des Europa-Index S&P Europe 350 bis vor zwei Jahren hinterher. Und während europäische Aktienfonds im Zehn-Jahres-Vergleich weniger Ertrag brachten als der Index, so lieferten sie zwischen Juli 2017 und Juni 2018 deutlich bessere Ergebnisse ab.

Zudem ist die Fondsgröße zu beachten. Wenngleich die Gesellschaften in der Gestaltung der Gebühren frei sind, so richten sich diese doch nach Kosten. Und hier sind sehr kleine sowie sehr große Fonds im Nachteil. Sehr kleine Fonds können bezogen auf den einzelnen Anteil sehr teuer sein.

Größe birgt dagegen die Gefahr, immer mehr unfreiwillig zu einem Indexfonds zu werden. Aufgrund der schieren Größe macht das einzelne Investment nur noch geringe Unterschiede, besonders wenn man das Risiko einer solchen Position betrachtet. Da die aktive Verwaltung aber teurer ist als eine regelbasierte Bindung an einen Index, muss der aktive Fonds letztlich deutlich schlechter abschneiden.

Tatsächlich legen die Daten von S&P Dow Jones nahe, dass große Fonds öfter eine schwächere Wertentwicklung aufweisen. Denn die vermögensgewichtete Rendite scheint immer dann deutlich niedriger zu sein als die ungewichtete, wenn große Fonds in einer Anlageklasse besonders viel Einfluss haben. Das ist zum Beispiel bei amerikanischen Fonds der Fall, aber auch bei skandinavischen oder französischen. Dagegen fällt etwa bei Schwellenländerfonds die gewichtete Rendite immer etwas höher aus. Indes ist das nicht mehr als ein Indiz.

Die Kosten drücken die Fondsrendite im Schnitt

Dass aktiv verwaltete Aktienfonds im Durchschnitt schlechter abschneiden als Indizes und damit auch schlechter als preiswerte ETFs, die Indizes nachbilden, ist letztlich nicht verwunderlich. Denn das Wesentliche ist, dass es hier um einen Durchschnitt geht. Und im Durchschnitt müssen aktiv verwaltete Fonds vor Kosten zwingend dazu tendieren, genau das zu bringen, was der Markt hergibt. Je größer ihr Anteil am Markt ist, desto mehr sind sie der Markt. Da sie aber teurer sind, müssen sie nach Kosten im Durchschnitt schlechter abschneiden, wenn ihnen eben nicht vor allem die Marktphase besonders entgegen kommt.

Letztlich kommt es bei der Entscheidung für einen aktiven Fonds darauf an, den richtigen Manager zu erwischen, wenn das Ziel ist, besser als der Markt abzuschneiden. Die Chancen sind dann größer, wenn der Markt schlecht läuft.

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