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Kryptoanlagen : Wann kommt der erste Bitcoin-Fonds?

Hacker haben verstärkt Kryptoanlagen im Visier. Bild: dpa

Es gibt schon Optionsscheine auf Bitcoin, aber auch andere Anlageprodukte könnten bald folgen. Davor müssten aber wichtige Fragen geklärt werden.

          Die Mühlen der Finanzaufsicht mahlen langsam, aber sie mahlen: Seit Jahren beschäftigt sich die amerikanische Finanzaufsicht SEC schon mit Bitcoin und darauf basierenden Finanzprodukten wie Fonds. Auch andere Fragen sind in der Klärung: Was ist Bitcoin eigentlich? Digitalwährung oder eine neue digitale Anlageklasse? Erst wenn diese Fragen geklärt sind, können auch entsprechende Anlageprodukte angeboten werden.

          Franz Nestler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Bitcoin wird in den Vereinigten Staaten als eine Art Rohstoff geführt. Deswegen ist die CFTC für Bitcoin zuständig, obwohl sie sich sonst eher mit Finanzprodukten auf Gold oder Öl herumschlägt. Doch eben sie war es auch, die grünes Licht für Futures auf Bitcoin gegeben hat. Mit diesen Optionsscheinen wettet man auf zukünftige Entwicklungen, etwa steigende oder fallende Kurse. Sie werden zum Beispiel an den Terminbörsen Chicago Mercantile Exchange (CME) oder dem Chicago Board Options Exchange (CBOE) gehandelt.

          Die CME war seit jeher dafür bekannt, auch Terminkontrakte auf abseitige Werte anzubieten, wie etwa Schweinebäuche oder Holz. Sie war auch die Börse, die erstmals Derivate auf das Wetter anbot. Die Herausforderung bei den Optionsscheinen auf Bitcoin war lange Zeit, dass es nicht „den“ Bitcoin-Preis gibt. Herangezogen werden die Preise einzelner Handelsbörsen oder synthetische Preisindizes von Finanzagenturen wie Bloomberg.

          Die Preisbildung ist zu intransparent

          Und genau hier liegt das Problem von Bitcoin-Fonds. Die Preisbildung ist zu intransparent, weswegen immer wieder Fonds abgelehnt wurden. Diese werden aber nicht von der CFTC genehmigt, sondern für sie ist eine andere Aufsichtsbehörde, nämlich die SEC, zuständig. Bekanntestes Opfer war zuletzt ein börsengehandelter Indexfonds (ETF) auf Bitcoin, den „Pro Shares“ anbieten wollte. Sein ETF hätte auf Bitcoin-Optionsscheinen basiert, also nicht auf realen Bitcoin.

          BTC/USD

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          Die Börsenaufsicht SEC begründet die Ablehnung damit, dass weder CME noch CBOE ausreichend Informationen über die Identität der Marktteilnehmer liefern könnten, die an den unregulierten Spot- und Derivatemärkten beteiligt sind. Doch genau dort würde laut SEC ein wesentlicher Teil des Handels stattfinden. Zusätzlich würde ein großer Teil des Handels an „nicht regulierten Handelsplätzen in Übersee“ stattfinden, außerdem seien die Bitcoin-Optionsmärkte nicht von entscheidender Größe. Der ETF der umtriebigen Winklevoss-Zwillinge wurde abgelehnt, weil die CBOE nicht beweisen könne, dass der ihr zugrundeliegende Markt – also Bitcoin – vor Manipulationen sicher sei.

          Das Argument ist also immer klar und deutlich: Der Markt müsse endlich transparenter werden. Deswegen werden auch einem Fonds sehr große Chancen ausgerechnet. Der Anbieter Vaneck möchte einen Fonds auflegen, im Gegensatz zu den bisherigen aber einen realen. Das heißt, es wird nicht mehr nur ein Index abgebildet, sondern „Van Eck“ in diesem Falle hält tatsächlich physisch Bitcoin. Damit würden viele Argumente der SEC wegfallen. Kleinanleger sollen dadurch geschützt werden, dass der Einkaufspreis im Bitcoin-Produkt von Vaneck 25 Bitcoin beträgt – also aktuell etwa 200 000 Dollar. Zurzeit warten insgesamt neun Fonds auf Genehmigung seitens der SEC. Eine Frist, offene Fragen zu beantworten, wurde zuletzt überpünktlich eingehalten. Ende des Jahres oder Anfang nächsten Jahres könnte der erste Bitcoin-Fonds dann starten.

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