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Parteiprogramme : Wahlkampfschlager Aktie?

Viele bunte Wahlplakate: Wo bleibt das Thema Aktie? Bild: dpa

Der Bundestagswahlkampf befindet sich in der heißen Phase. Mit zahlreichen Versprechen locken die großen Parteien potentielle Wähler. Doch das Thema Aktie sucht man in den Programmen vergeblich.

          Das Thema Aktie spielt auch in diesem Bundestagswahlkampf keine Rolle. Keine Partei stellt Kapitalmarktthemen auf Plakaten oder in Diskussionen prominent nach vorne. Wahlkampfschlager Aktie? Wieder Fehlanzeige. Da dies auch nicht anders zu erwarten war, hat das Deutsche Aktieninstitut (DAI) als zuständiger Lobbyverband die Parteien direkt zu ihren Haltungen zu Kapitalmarktthemen befragt. Viele Antworten bleiben vage. Es freut das Aktieninstitut jedoch, dass „SPD, FDP und Grüne dem Thema mehr Aktien in der staatlich geförderten Altersvorsorge grundsätzlich aufgeschlossen gegenüberstehen“, teilt Christine Bortenlänger, geschäftsführender Vorstand des Aktieninstituts mit.

          Daniel Mohr

          Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Woche.

          Die CDU/CSU zieht sich beim Thema Altersvorsorge bekanntlich auf eine Kommission in der Zukunft zurück. „Dies ist unbefriedigend, da das Fehlen von zukunftsfähigen Lösungen zu Lasten der jüngeren Generation geht“, kritisiert Bortenlänger. Die Linke artikuliert ihre klare Skepsis gegenüber dem Kapitalmarkt, will die Riester-Förderung auslaufen lassen und setzt voll auf eine Stärkung der gesetzlichen Rentenversicherung. Die AfD hat die Fragen des Aktieninstituts nicht beantwortet.

          Lob erhalten vor allem Grüne und FDP. Die Grünen bekennen sich klar zum Thema Aktie. Dem Risiko der Einzelaktie und den oft hohen Kosten von Fonds soll durch die Einführung eines Bürgerfonds in öffentlicher Verwaltung nach schwedischem Vorbild begegnet werden. „Kapitalgedeckte Altersvorsorge ist zu einem Bruchteil der Kosten und mit einer deutlich höheren Rendite als in Deutschland möglich“, heißt es in der Grünen-Stellungnahme. Auch das Aktieninstitut befürwortet den Bürgerfonds (auch als Deutschlandrente bekannt), will aber private Anbieter einbezogen wissen.

          FDP plädiert für ein Schulfach Wirtschaft

          Alle Parteien bis auf Die Linke wollen Gründungen, Selbstständigkeit, Wachstumsfinanzierung und Börsengänge besser fördern. Sehr konkret werden sie dabei jedoch nicht. Der Ansatz der Grünen, die „steuerliche Subventionierung von Fremdkapital vor Eigenkapital abzuschaffen“, ist eine alte Forderung des Aktieninstituts. Der Teufel stecke aber im Detail.

          Sehr bedauerlich findet das Aktieninstitut, dass bis auf die FDP alle Parteien für die Einführung einer Finanztransaktionssteuer plädieren. Mitarbeiterkapitalbeteiligung wollen CDU/CSU und SPD stärken, ohne konkret zu werden. Die Grünen wollen hier keine Änderungen und verweisen auf das doppelte Risiko eines Beschäftigten, wenn er auch noch Anteilseigner des eigenen Unternehmens ist. Die FDP will den Steuerfreibetrag erhöhen und bürokratische Hürden abbauen. In der Anlageberatung will die SPD die Honorarberatung gegenüber der provisionsbasierten Beratung stärken, die Grünen wollen mittelfristig komplett zur unabhängigen Honorarberatung übergehen.

          Die FDP plädiert für ein Schulfach Wirtschaft und auch eine entsprechende Lehrerausbildung. Die Grünen wollen wirtschaftliche Themen in verschiedenen Fächern altersgerecht thematisiert wissen. Die SPD sieht in guten Ganztagsschulen mehr Raum und Zeit für wirtschaftliche Themen. CDU/CSU halten es für „wichtig, dass Kenntnisse über finanzielle Fragen bereits in der Schule vermittelt werden“. Auch hier hätte sich das Aktieninstitut etwas mehr Engagement der beiden großen Parteien gewünscht.

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