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Währungskrise : Die Türken holen ihre Dollar heim

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Der Präsident der Türkei, Recep Tayyip Erdogan, möchte Dollar in Lira tauschen. Seine Bürger machen da nicht mit. Bild: AFP

Nach dem Absturz der Währung steht die Türkei vor großen Problemen. Die Bürger holen ihr Geld von den Konten. Vereinzelt herrscht schon ein Mangel an Dollar. Die Bankenaufsicht ruft zum Krisentreffen.

          Der Freitag war ein schwarzer Tag für die Währung der Türkei. Die ganze Woche lang hatte die Landeswährung Lira mehr und mehr an Wert verloren. Dann rief Präsident Recep Tayyip Erdogan in der Nacht zum Freitag Gott an: „Ihr habt Dollar, wir unseren Gott“, sagte er in einer Rede. Das allerdings beruhigte die Devisenhändler nicht, es verschreckte sie eher. Die Lira fiel tief. Als dann auch noch Amerikas Präsident Donald Trump höhere Zölle gegen die Türkei ankündigte, verlor die Lira den Boden. Bis zu 20 Prozent ging der Wert der Landeswährung tagsüber in die Tiefe, am Ende des Tages stand immer noch ein Minus von 15 Prozent. Für einen Dollar müssen jetzt 6,40 türkische Lira gezahlt werden.

          Dabei waren die ökonomischen Probleme in der Türkei eigentlich zu bewältigen. Die Wirtschaft wuchs schnell, der Staat verschuldete sich nicht übermäßig, nur die Inflation war zu hoch – so war es zumindest bis zum Freitag. Der Tumult vom Freitag allerdings macht der Türkei ganz neue Probleme.

          Angesichts der hohen Inflation in der Türkei haben viele Türken Konten in Dollar oder Euro, um ihr Geld in einer stabilen Währung zu halten. Seit Wochen appelliert Präsident Erdogan an seine Landsleute, ihre Dollar in Lira zu wechseln, um die Währung zu stabilisieren. Doch jetzt geschieht das Gegenteil.

          Angst vor Kapitalkontrollen

          Recherchen der Nachrichtenagentur Bloomberg zeigen, dass am Freitag eher mehr Kontoinhaber zu ihren Banken gegangen sind und Geld abgehoben haben – vor allem eben in Dollar. So haben sie möglicherweise die Währung noch weiter geschwächt, auf jeden Fall aber dazu beigetragen, dass vereinzelt die Dollar-Bestände knapp wurden. In einem Test bei drei Banken hätten zwei keine Dollar-Bestände mehr gehabt. Laut dem Bericht begründeten die Angestellten das damit, sie müssten auf Nachschub aus der Zentrale warten.

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          Ungenannte Banker bestätigten laut dem Bericht die Tendenz zur Dollar-Abhebung. In der Türkei wachse die Angst vor Kapitalkontrollen, also einer Situation, in der der Kauf von Fremdwährungen beschränkt werden könnte. Am Samstag wollte sich die türkische Bankenaufsicht nun mit Bankmanagern treffen.

          Inzwischen sind Investoren mit Krediten an die Türkei vorsichtiger als mit Krediten an Griechenland. Die Prämien für Kreditausfallversicherungen sind über das Niveau von Griechenland gestiegen und zeigen nach Bloomberg-Berechnungen an, dass Investoren für die Türkei eine Wahrscheinlichkeit von 25 Prozent für eine Staatspleite in den nächsten fünf Jahren sehen.

          Die türkische Regierung reagierte mit zwei unterschiedlichen Botschaften. „Wir flehen Präsident Trump an, an den Verhandlungstisch zurückzukehren“, sagte Handelsministerin Ruhsar Pekcan über die Zollverhandlungen. Staatspräsident Erdogan drohte dagegen in einem Gastbeitrag in der „New York Times“: Wenn die amerikanische Regierung die Souveränität der Türkei nicht respektiere, „dann könnte unsere Partnerschaft in Gefahr sein“. Die Regierung werde dann damit beginnen, „nach neuen Freunden und Verbündeten“ zu suchen.

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