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Eigenständige Truck-Sparte : VW will mit Lkw-Börsengang mehr als sechs Milliarden einsammeln

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Volkswagen will die Lastwagenbauer von MAN und Scania gemeinsam für einen Börsengang vorbereiten. Bild: dpa

Der Autobauer VW will beim möglichen Börsengang seiner Lkw- und Bussparte über sechs Milliarden Euro einnehmen. Es könnte der zweitgrößte Börsengang in Deutschland seit 1996 werden.

          Der Börsengang der Lkw-Sparte von Volkswagen soll einer der größten Neuemissionen in Deutschland aller Zeiten werden. Auf die Frage, ob er tatsächlich mit einem Emissionserlös von rund sechs Milliarden Euro rechne, sagte VW-Truck-Vorstand Andreas Renschler dem „manager magazin“: „Das dürfte gern ein bisschen mehr sein.“

          Der genaue Zeitpunkt eines Börsengangs hänge wie die Höhe der gegebenenfalls zum Verkauf angebotenen Anteile auch von der Stimmung am Finanzmarkt ab. Geplant sei der Sprung aufs Parkett derzeit für den Sommer 2019, rund 25 Prozent der Anteile sollen verkauft werden.

          Zur Lkw- und Bus-Sparte von Volkswagen, die künftig Traton Group heißen soll, gehören die Lkw-Bauer MAN und Scania, das Nutzfahrzeuggeschäft in Brasilien sowie die Mobilitätsmarke RIO. Volkswagen hatte die Sparte im Juni in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und damit kapitalmarktfähig gemacht. Für Herbst sei dann die zweite Wandlung in eine Aktiengesellschaft europäischen Rechts (SE) geplant, sagte Renschler. Die Einnahmen aus einem Aktienverkauf flössen zwar an den Eigentümer Volkswagen. Aber der Konzern könne die Eigenkapitalstruktur der Tochter schon vor einem Verkauf von Anteilen stärken.

          Ein Börsengang sei auch dazu gedacht, die weitere Expansion der Sparte zu erleichtern, sagte Renschler. VW will einen weltweit führenden Lkw- und Bushersteller formen. In der Vergangenheit wurde bereits deutlich gemacht, dass dazu etwa der Anteil am amerikanischen Lkw-Bauer Navistar aufgestockt werden könnte. Auch die Partnerschaft mit dem chinesischen Hersteller Sinotruk könnte ausgebaut werden.

          Innerhalb des neuen Truck-Riesen sollen die einzelnen Marken - wie im VW-Konzern üblich - eigenständig bleiben. Besonders zwischen MAN und Scania hatte es lange Jahre Reibereien gegeben. Erst Renschler, der 2015 an Bord gekommen war, gelang es, dem Streit zwischen den selbstbewussten Schwestermarken die Schärfe zu nehmen und die Zusammenarbeit voranzutreiben.

          Sollte Volkswagen beim Börsengang der Lkw-Sparte tatsächlich mehr als sechs Milliarden Euro einsammeln, wäre es der zweitgrößte Börsengang in Deutschland nach der Deutschen Telekom. Der Bonner Konzern hatte mit der „T-Aktie“ 1996 rund 10,6 Milliarden Euro eingenommen. Auf Rang zwei und drei folgen die Deutsche Post und Infineon, die beide im Jahr 2000 an die Börse gingen und rund sechs Milliarden Euro erlösten.

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