https://www.faz.net/-gv6-a42u1

Salzgeschäft in Amerika : Spartenverkauf lässt K+S-Kurs hochschnellen

  • Aktualisiert am

Produkte von K+S - in Amerika demnächst wohl nicht mehr vom deutschen Hersteller. Bild: dpa

Der Düngemittelproduzent K+S wird wohl sein amerikanisches Salzgeschäft teuer verkaufen. Das bringt am Montagmorgen den Aktienkurs auf Touren.

          1 Min.

          Die Aussicht auf einen raschen Verkauf des amerikanischen Salzgeschäfts hat zum Wochenbeginn den Aktienkurs von K+S nach oben getrieben. Die Notierung stieg zuletzt um rund 18  Prozent auf 7,15 Euro. Der Düngemittel- und Salzproduzent steht offenbar kurz vor dem Verkauf seiner amerikanischen Tochtergesellschaft Morton Salt. Einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge soll Morton Salt für rund drei Milliarden Dollar oder umgerechnet knapp 2,6 Milliarden Euro an den Wettbewerber Kissner Group gehen.

          Laut Analyst Markus Mayer von der Baader Bank wäre der Verkauferlös damit höher als am Markt im Durchschnitt erwartet worden war. Im Juli war der mögliche Verkaufpreis noch auf 2 Milliarden Euro taxiert worden. K+S hatte den Verkaufprozess schon vor längerer Zeit eingeleitet. In der ersten Runde hatte eine Reihe von Finanzinvestoren Interesse bekundet. Ursprünglich war sogar auch ein Teilbörsengang erwogen worden.

          K+S produziert zum einen Kali- und Magnesiumsalze für Dünger, zum zweiten ein Geschäft mit Salzen für andere Anwendungen: mit Speise- und Tausalz etwa und speziellen Salzen für die Industrie. Dieses zweite Bein hatte der Konzern aufgebaut, um sich weniger abhängig vom angestammten Düngergeschäft zu machen. Entscheidend dafür waren zwei Großzukäufe in Süd- und Nordamerika: erst jener der chilenischen Sociedad Punta de Lobos (SPL) im Jahr 2006, dann jener der Morton Salt in den Vereinigten Staaten 2009.

          Nach dem Verkauf wird K+S rund in Drittel des Konzernumsatzes verlieren. Mit dem Geld auf dem Verkauf will K+S die hohe Verschuldung senken, daher gilt die Transaktion auch als Notverkauf. Die Schulden resultieren vor allem aus dem milliardenschweren Bau einer Mine in Kanada, „Bethune“ genannt. Als Kalimine für Düngerprodukte wird sie trotz ihrer geographischen Lage der „Operativen Einheit Europe+“ zugerechnet, in welcher K+S sein Düngemittelgeschäft bündelt.

          Das Unternehmen hatte es nicht geschafft, die Schulden ausreichend durch Erlöse aus dem operativen Geschäft abzubauen. Die Preise auf den Kalidüngermärkten verfielen, und Winter fielen milde aus, was das Tausalzgeschäft beeinträchtigte.

          Der Kurs der K+SA-Aktie hatte vor der Finanzkrise einen Höheflug erlebt, war seinerzeit bis auf rund 90 Euro gestiegen und dann massiv gefallen. Nach einer Erholung schwenkte die Notierung ab 2011 in einen Abwärtstrend ein und fiel im Zuge der Corona-Krise auf ein Allzeittief von 5,104 Euro. Die Baader Bank empfiehlt die K+S-Aktie weiter zum Kauf mit einem Kursziel von 8 Euro.

          Weitere Themen

          Frauen bekommen weniger Kapital

          Fintechs : Frauen bekommen weniger Kapital

          Laut einer Erhebung ist in den Vereinigten Staaten der Frauenanteil bei der Gründung von Fintechs gering. Sie bekommen allerdings auch weniger Geld als Männer.

          Topmeldungen

          Lange Schlangen vor den Supermärkten sind auch vor Weihnachten wieder zu erwarten.

          So reagiert der Handel : Lange Schlangen und gähnende Leere befürchtet

          Wenige Wochen vor dem Weihnachtsfest hat die Bundesregierung die Corona-Maßnahmen noch einmal verschärft – sehr zum Ärger des hiesigen Handels. Gerade Supermärkte haben für die Regeln nur wenig Verständnis.
          „Geschlossen“: Schilder wie dieses hängen derzeit wegen der Corona-Pandemie an der Tür vieler Restaurants.

          Allianz-Chef zu Corona : „Pandemien sind nicht versicherbar“

          Viele Gastwirte wollen wegen der Corona-Verluste Geld von ihrer Versicherung. Allein 150 Klagen richten sich gegen die Allianz Deutschland. Doch deren Chef sagt: Die Policen wurden nicht als Schutz vor einer Pandemie verkauft.
          Zwischen Angst und Wut: Unter den Demonstranten in Thailand sind viele junge Frauen, die sich von den Traditionen ihrer Eltern abwenden.

          Proteste gegen Rama X. : Thailands König entzweit Familien

          Die junge Thailänderin Nan demonstriert in Bangkok für eine Einschränkung der königlichen Rechte. Sie will nicht vom reichsten Monarchen der Erde regiert werden. Ihre Eltern aber wollen nicht an den Traditionen rütteln.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.