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Glyphosat-Vergleich dementiert : Bayer-Aktienkurs gibt Gewinne ab

  • Aktualisiert am

Mit mehr als 18.000 Klagen ist Bayer in Amerika mittlerweile konfrontiert. Bild: Reuters

Erst reagierte die Börse euphorisch auf einen Bericht, laut dem der Chemieriese mit einem Vergleich billiger wegkommen sollte als befürchtet. Jedoch dementiert der wichtige amerikanische Vermittler Feinberg nun die Summe von 8 Milliarden Euro.

          Der wegen Tausender Glyphosat-Klagen unter Beschuss stehende Bayer-Konzern strebt nach einem Bericht des Finanzdienstes Bloomberg einen Milliarden-Vergleich in den Vereinigten Staaten an. Der Agrarchemie- und Pharmakonzern schlage eine Zahlung von bis zu 8 Milliarden Dollar (7,15 Milliarden Euro) vor, um die Klagen der zuletzt 18.400 Kläger beizulegen, heißt es unter Berufung auf eine mit den Verhandlungen vertraute Person. Ein Bayer-Sprecher wollte dies am Freitag auf Anfrage nicht kommentieren.

          Der im Glyphosat-Streit eingesetzte amerikanische Vermittler dementierte jedoch am Freitagnachmittag deutlich, dass Bayer einen 8 Milliarden Dollar schweren Vergleich vorgeschlagen habe. „Eine solche Erklärung ist reine Fiktion“, teilte der im Glyphosat-Streit eingesetzte Mediator Ken Feinberg am Freitag in einer E-Mail mit. Kompensationen seien laut Feinberg in den bisherigen globalen Mediationsgesprächen noch nicht einmal angesprochen worden. Die Vergleichsgespräche werden laut Feinberg noch weit in den September hinein dauern.

          Der Bericht über einen möglichen Vergleich in den Rechtsstreitigkeiten um das Unkrautvernichtungsmittel Roundup hatten den Kurs der Bayer-Aktie am Freitagvormittag steil nach oben getrieben. In der Spitze stieg er um 11 Prozent auf gut 70 Euro – den höchsten Stand seit Anfang März. Am Nachmittag betrug das Plus jedoch nur noch 2,7 Prozent.

          Trotz der jüngsten Aktienkurserholung notieren die Papiere immer noch rund 28 Prozent tiefer als vor der ersten Prozessschlappe wegen Glyphosat vor einem Jahr. Das bedeutet beim Börsenwert ein Minus von 24 Milliarden Euro.

          Die in dem Bericht genannten Kosten für eine Einigung mit den Klägern in Höher von 8 Milliarden Dollar wären deutlich weniger als viele Analysten, die ohnehin mit einem Vergleich rechnen, zuletzt auf dem Zettel hatten. Experte Markus Mayer von der Baader Bank etwa ging zuletzt davon aus, dass eine Einigung im Bereich um die 15 bis 20 Milliarden Euro positiv für den Aktienkurs wäre. In Dollar entspricht das 16,7 bis 22,3 Milliarden.

          Gewaltiges Kurspotential

          Analyst Gunther Zechmann von Bernstein Research äußerte sich ähnlich optimistisch. Alles unter 30 Milliarden Dollar wäre positiv für den Aktienkurs, sagte er am Freitag. Sollten es tatsächlich nur 8 Milliarden werden, hätte der Kurs wohl 30 Prozent Luft nach oben – gerechnet ohne die Gewinne vom Freitag.

          Seitens der Aktionärsvertreter äußerte sich Marc Tüngler, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) gegenüber FAZ.NET: „Bei allen Schmerzen in den letzten Monaten hätten es die Bayer-Aktionäre verdient, dass sich die Lage entspannt und über einen allumfassenden Vergleich Ruhe einkehrt.“ Die rechtliche Situation der sehr zahlreichen und verschiedenen Klagen mache einen Globalvergleich aber auch sehr herausfordernd, so Tüngler weiter und ergänzt:

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