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Rating : Venezuela teilweise zahlungsunfähig

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Gläubigertreffen in Caracas: Schokolade, Kaffee und Beschuldigungen - aber kein Vorschlag und keine Fragen. Bild: AFP

Venezuela schlittert weiter in die Staatspleite. Die Rating-Agentur S&P hat den teilweisen Zahlungsausfall erklärt. Derweil gibt man sich in Caracas unbeeindruckt.

          Als erste Ratingagentur hat Standard & Poor's das Krisenland Venezuela als teilweise zahlungsunfähig eingestuft. Die amerikanische Agentur erklärte am Montagabend, man habe diese Entscheidung getroffen, nachdem eine Gnadenfrist zur Rückzahlung von Gläubiger-Forderungen in Millionenhöhe abgelaufen war. Derzeit beliefen sich die nicht gezahlten Verpflichtungen auf 420 Millionen Dollar (360 Millionen Euro). Die Rating-Agentur Fitch erklärte am Montagabend gleichfalls den Zahlungsausfall für die Staatliche Ölfirma PDVSA.

          Standard & Poor's äußerte sich nach einer Konferenz mit internationalen Gläubigern des Landes in Venezuela, bei der am Montag über eine Umschuldung beraten werden sollte. Das Treffen in Caracas endete aber nach nur 25 Minuten ohne eine Einigung oder einen neuen Termin. Ein in New York tagender Gläubigerausschuss vertagte sich auf Dienstag.

          Geschenke, aber kein Vorschlag

          Das Treffen wird von der Nachrichtenagentur Bloomberg als seltsam beschrieben. Es habe einen roten Teppich, Ehrengarde und Geschenke für die weniger als 100 Gläubiger gegeben. Ansonsten habe nur Vizepräsident Tareck El Aissami gegen Amerikas Präsidenten Donald Trump und die weltweiten Investoren gewettert, die sich  gegen das Land verschworen hätten, um es an einem pünktlichen Schuldendienst zu hindern. Man werde diesen weiter leisten und wolle mit den Anleihegläubigern zusammenarbeiten, um neue Wege zu finden, ihnen zu ihrem Geld zu verhelfen. Konkrete Vorschläge aber habe es nicht gegeben.

          Die meisten Anwesenden seien Venezolaner gewesen, Fragen wurden bei dem Treffen, dass die Regierung selbst als so wichtig eingeschätzt hatte, nicht zugelassen.

          Venezuela ist insgesamt mit geschätzten 155 Milliarden Dollar bei ausländischen Gläubigern verschuldet, davon etwa 60 Milliarden in Anleihen. Die Devisenreserven sind auf weniger als zehn Milliarden Dollar zusammengeschmolzen, die Ölproduktion des ölreichen Landes ist auf ein 28-Jahres-Tief gefallen.

          Fitch geht davon aus, dass die Restrukturierung der Schulden von PDVSA  sich aufgrund der amerikanischen Sanktionen länger hinziehen und sich die Lage des Unternehmens verschlechtern werde.

          Durch den Zahlungsausfall können nun auch die Gläubiger der 2019 und 2024 fälligen Anleihen diese fällig stellen. Indes werden sie wohl eher darauf hoffen, dass Venezuela seinen Versprechungen auch Taten folgen lässt. S&P rechnet mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent mit einem weiteren Zahlungsausfall innerhalb der kommenden drei Monate.

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