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Amerikanische Notenbank : Fed peilt straffere Geldpolitik an

Fed-Chef Jerome Powell im Juli bei einer Sitzung im US-Senat in Washington. Bild: dpa

Die amerikanische Notenbank will weniger Anleihen kaufen. Für das kommende Jahr erwartet sie eine Normalisierung der Inflation.

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          Die Federal Reserve hat angekündigt, dass sie bald ihr Anleihekaufprogramm reduzieren könnte. Schon im nächsten Monat könnte das Programm verkleinert werden, vorausgesetzt die Wirtschaft macht die gewünschten Fortschritte, kündigte Fed-Chef Jerome Powell auf der Pressekonferenz nach der am Mittwoch zu Ende gegangenen Fed-Sitzung an. 

          Winand von Petersdorff-Campen
          Wirtschaftskorrespondent in Washington.

          Die amerikanische Zentralbank erhöht ihre Bestände an Staats- und Hypothekenanleihen seit Beginn der Pandemie  jeden Monat um 120 Milliarden Dollar. Im vorigen Dezember hatte die Fed angekündigt, sie würde das als quantitative Lockerung bezeichnete Kaufprogramm erst reduzieren, wenn substanzielle Fortschritte in Richtung der Notenbank-Ziele Preisstabilität und maximaler Beschäftigung erreicht worden seien. Jetzt sieht sich die Fed diesen Zielen deutlich näher. Powell sagte: „Wenn der Fortschritt sich weiter auf breiter Front fortsetzt wie erwartet, dann könnte  nach dem Urteil des Ausschusses (der Fed) eine Reduzierung der Käufe bald angemessen sein.“

          Kein Signal für eine Umkehr in der Leitzinspolitik

          Die Notenbanker kommunizieren so vorsichtig, um eine Erschütterung der Finanzmärkte zu vermeiden. Im Jahr 2013 hatte der damalige Fed-Chef Ben Bernanke mit der überraschenden Ankündigung einer Quantitative Easing-Reduzierung Trubel an  Anleihemärkten ausgelöst.

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          Powell legt Wert auf die Feststellung, dass eine mögliche Reduzierung der Quantitativen Lockerung im moderaten Tempo vorgenommen werde und zudem kein Signal für eine Umkehr in der Leitzinspolitik sei. Die Leitzinsen bleiben nach der Sitzung auf dem alten Niveau nahe Null. Erst wenn maximale Beschäftigung erreicht ist und die Inflationsrate die Zielmarke von zwei Prozent für längere Zeit überschritten hat, erwägen die amerikanischen Zentralbanker, die Leitzinsen anzupassen.

          Laut Powell ist die zuletzt höhere Inflation weiterhin von Faktoren geprägt, die in absehbarer Zeit ihren Einfluss verlieren. Er stellte Probleme bei der Beschaffung von Mikrochips heraus, die die Produktion der Fahrzeugindustrie spürbar belasteten. Die Vorstellung, dass die Inflation im kommenden Jahr wieder in die Zwei-Prozent-Region zurückfällt, spiegelt sich auch in den sogenannten Projektionen, in denen jeder Zentralbanker seine Vorhersagen über die Entwicklung von Inflation, Arbeitslosigkeit, Wachstum  und Leitzinsniveau zu Papier gibt. Die Zentralbanker erwarten im Mittel, dass die Inflation von 4,2 Prozent auf 2,2 Prozent im kommenden Jahr zurückfällt, was nur unerheblich über der Juni-Projektion liegt. Die Projektionen für die Kerninflation ohne Nahrungspreise und Energiepreise liegen  annähernd auf gleicher Höhe. Die Wachstumsprognose allerdings fällt  mit 5,9 Prozent großem Plus in diesem Jahr schwächer aus, als von den Bankern noch im Juni vermutet. Hauptgrund: Die Delta-Variante des Coronavirus dämpft die Lust  auszugehen.

          Trotz einer im internationalen Vergleich niedrigen offiziellen Arbeitslosenquote von 5,2 Prozent sieht Powell noch viel Spielraum für mehr Beschäftigung. Er verwies auf die sehr große Nachfrage nach Arbeitskräften  und die vergleichsweise niedrige Beschäftigungsneigung, die den Anteil der Erwerbstätigen an den Erwerbsfähigen spiegelt. Nach wie vor sei die Arbeitslosigkeit unter Niedrigverdienern und unter Schwarzen groß. In den  Projektionen schrumpft die Arbeitslosigkeit auf 3,8 Prozent im kommenden Jahr. Der Leitzins könnte den Projektionen zufolge  auf ein Prozent bis Ende 2023 steigen, was drei  gewöhnliche Zinsschritte voraussetzte.

          Powell blickt mit Sorge auf die polarisierte Diskussion über die Schuldengrenze im Kongress. Sollten die Politiker die Schuldengrenze nicht anheben oder aussetzen, kann das amerikanische Finanzministerium seine Rechnungen nicht bezahlen. Niemand solle die Illusion haben, die Fed könne dann die Konjunktur vor den unabsehbaren Folgen schützen, warnte Powell.      

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