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Gewinne und Gegenwind : Amerikas Tech-Giganten demonstrieren ihre Macht

Wie ein Ufo: Die neue Konzernzentrale „Apple Park“ im kalifornischen Cupertino scheint aus einer anderen Welt zu stammen. Bild: Imago

Die großen amerikanischen Technologiekonzerne feiern Erfolge: Microsoft glänzt, Alphabet schafft ein Comeback – und Apple ist wieder eine Billion Dollar wert. Nur Amazon leidet etwas. Doch aus Washington kommen schlechte Nachrichten.

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          Als letzter der großen amerikanischen Technologiekonzerne hat Apple seine Quartalszahlen vorgelegt. Und die Börse zeigte sich zufrieden: Der Aktienkurs des iPhone-Herstellers stieg am Mittwoch zeitweise um fünf Prozent auf 219 Dollar. Damit liegt der Börsenwert von Apple nun wieder bei rund einer Billion Dollar, einer Marke, die das Unternehmen vor rund einem Jahr zum ersten Mal geknackt hat.

          Roland Lindner
          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Apple setzte damit den Schlusspunkt unter eine insgesamt sehr solide Berichtssaison der Branche. Der Softwarespezialist Microsoft, das soziale Netzwerk Facebook, die Alphabet-Holding um den Internetkonzern Google und der Online-Händler Amazon lieferten insgesamt gute Ergebnisse, auch wenn es vereinzelt Schwachstellen gab.

          Inmitten der Quartalssaison hat sich in den vergangenen Wochen einmal mehr gezeigt, dass der Erfolg eine Kehrseite hat. Denn der Druck von Politikern und Regulierern auf die amerikanischen Technologiegiganten wächst, und das nicht mehr nur in Europa, sondern auch in deren Heimat. Die amerikanische Aufsichtsbehörde FTC hat in der vergangenen Woche im Zusammenhang mit Datenschutzaffären eine Rekordstrafe von fünf Milliarden Dollar gegen Facebook verhängt.

          Apple-Aktie

          APPLE

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          Fast gleichzeitig wurde bekannt, dass sie jetzt auch davon separate kartellrechtliche Untersuchungen gegen das Unternehmen führt. Das Justizministerium – neben der FTC die zweite große Behörde des Landes, die für Kartellangelegenheiten zuständig ist – kündigte seinerseits eine kartellrechtliche Prüfung „marktführender Online-Plattformen“ an und deutete an, dabei vor allem Facebook, Google und Amazon ins Visier zu nehmen.

          Vor dem amerikanischen Kongress gab es derweil eine ganze Reihe von Anhörungen, die sich um die Branche drehten. Auch dabei spielten Wettbewerbsfragen eine Rolle, außerdem ging es um Facebooks umstrittene Pläne für eine Digitalwährung mit dem Namen Libra sowie um Vorwürfe aus der Republikanischen Partei, wonach Internetkonzerne wie Google und Facebook konservative politische Positionen unterdrückten. Dies behauptet auch Präsident Donald Trump, der kürzlich sagte, seine Regierung prüfe, Google und Facebook zu verklagen.

          Missbraucht Apple seine Machtposition?

          In Europa, wo die Regulierer gegenüber der amerikanischen Technologiebranche schon seit Jahren Strenge zeigen und zum Beispiel gegen Google drei milliardenschwere Kartellstrafen verhängt haben, wurden neue wettbewerbsrechtliche Ermittlungen angekündigt, diesmal gegen Amazon. Die EU-Kommission beschäftigt sich auch mit der Frage, ob Apple seine Marktposition missbraucht, nachdem sie eine Beschwerde der Musikplattform Spotify bekommen hat.

          Apple steht nicht annähernd so sehr in der Kritik wie etwa Facebook oder Google. Dafür musste sich der Elektronikkonzern in jüngster Zeit größere Sorgen um seine geschäftliche Entwicklung machen. Die Umsätze schrumpften, und vor allem das Geschäft mit dem iPhone, dem mit Abstand wichtigsten Produkt, hat sich erheblich abgeschwächt. Mit seinen jetzt vorgelegten Zahlen machte der Konzern aber Hoffnung auf eine Erholung. Denn in den vergangenen drei Monaten ist der Umsatz zumindest wieder leicht gewachsen. Er stieg um ein Prozent auf 53,8 Milliarden Dollar und übertraf damit die Erwartungen von Analysten. Hätte das Unternehmen nicht mit negativen Währungseffekten zu kämpfen, wäre das Wachstum nach Worten des Vorstandsvorsitzenden Tim Cook höher ausgefallen.

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