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Commerzbank-Übernahme? : Unicredit engagiert Berater

  • Aktualisiert am

Bei der Commerzbank geht es rund. Bild: Reuters

Die italienische Bank Unicredit will in Deutschland aus eigener Kraft wachsen, sagt sie. Doch nun soll sie Berater für eine Übernahme der Commerzbank engagiert haben.

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          Die Unicredit treibt Branchenkennern zufolge ihre Planungen für eine mögliche Übernahme der Commerzbank voran.Die italienische Großbank habe die Investmentbanken Lazard und JP Morgan als Berater für eine mögliche Übernahmeofferte engagiert, sagten drei mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag.

          Der Mailänder Finanzkonzern, der 2005 bereits die Münchener HypoVereinbank (HVB) kaufte, ist an einem Ausbau seines Deutschlandgeschäfts interessiert. Ein Zusammenschluss mit der Commerzbank würde zum Ziel von Unicredit-Chef Jean Pierre Mustier passen, die Abhängigkeit vom italienischen Heimatmarkt weiter zu reduzieren.

          Unicredit wiegelt ab

          Die Bank betonte, sie habe keinen Auftrag an eine Investmentbank unterzeichnet, der im Zusammenhang mit einer angeblichen Übernahme stehe. Vielmehr bekräftigte sie, man baue derzeit auf Wachstum aus eigener Kraft. Die neue Strategie werde wie geplant am 3. Dezember vorgestellt.

          Die Investmentbank Lazard, für die der ehemalige Finanzstaatssekretär und Notenbanker Jörg Asmussen arbeitet, solle helfen, skeptische Politiker in Berlin für eine Fusion mit der Commerzbank zu gewinnen, sagte einer der Experten. Der Bund ist seit der Rettung des Instituts in der Finanzkrise immer noch mit 15,6 Prozent an der Commerzbank beteiligt. JP Morgan, Lazard, die Commerzbank und das Bundesfinanzministerium lehnten eine Stellungnahme ab.

          Gewerkschaften dagegen

          Die Gewerkschaft Verdi hat Widerstand gegen eine mögliche Übernahme durch die Unicredit angekündigt. „Bevor wir mit Italienern fusionieren, würde sehr viel Blut fließen“, äußerte sich Commerzbank-Aufsichtsratsmitglied Stefan Wittmann am Montag martialisch. Das Beispiel der Münchner HVB zeige, dass nach einer Übernahme durch die Unicredit nicht mehr viel übrig bleibe.

          Seit damals ist die HVB kräftig geschrumpft: Beteiligungen wurden verkauft, das Filialnetz auf etwa die Hälfte verkleinert und zahlreiche Stellen gestrichen. Ihre nationalen Ambitionen hat die HVB - einst  zweitgrößte Privatbank des Landes - im Privatkundengeschäft längst aufgegeben. Sie konzentriert sich auf ihre angestammten Regionen in Bayern und rund um Hamburg.

          COMMERZBANK AG

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          Für Mustier ist die Commerzbank unter anderem wegen ihrer Einlagen attraktiv, weil die Refinanzierung italienischer Banken im Zuge des Haushaltskonflikts zwischen der EU-Kommission und Italien deutlich teurer geworden ist. Fraglich ist allerdings, inwieweit die Unicredit diese Gelder tatsächlich nutzen könnte. In der Vergangenheit sah die deutsche Bankenaufsicht den Transfer von Geldern von der HVB nach Mailand mit Sorge. Mit der Übernahme der Bankenaufsicht über die größten Institute durch die EZB ist der Widerstand geringer geworden, aber nicht verschwunden.

          Die italienischen Aktionäre der Unicredit würden jede Transaktion positiv sehen, die den Aktienkurs von Unicredit ankurbelt, sagte ein Kenner. Einige machten sich aber Sorgen, dass die Bank ihre italienischen Wurzeln verlieren könnte.

          Mustier hatte erst vor kurzem angekündigt, den Bestand an italienischen Staatsanleihen zu senken, der als Hindernis für eine mögliche Fusion gilt. Auf die Frage, ob er die Unicredit so für eine grenzüberschreitenden Zusammenschluss wappnen wolle, sagte Mustier vergangene Woche bei der Vorlage der Zahlen: „Unser Bekenntnis zu Italien war noch nie größer.“

          AUCH ING BUHLT UM DIE COMMERZBANK

          Doch Unicredit droht im Werben um die Commerzbank Konkurrenz von anderen Banken. Insidern zufolge hat auch die niederländische ING ihre Fühler ausgestreckt. Manche Experten halten es für möglich, dass die Niederländer im Falle einer Fusion ihren Sitz nach Frankfurt verlegen könnten. Damit könnte die ING auch bei Verdi punkten.

          Die Commerzbank selbst hat zuletzt versucht, Fusionsspekulationen zu dämpfen. Er sehe im Moment kein großes Bieterrennen auf die Commerzbank zukommen, sagte Finanzchef Stephan Engels vergangene Woche. „Ich höre hier jetzt nichts klopfen“, sagte Engels als er gefragt wurde, welche Auslandsbanken bei der Commerzbank Interesse angemeldet hätten. (Weitere Reporter: Silvia Aloisi, Hans Seidenstücker, Klaus Lauer, Gianluca Semeraro, Birgit Mittwollen, redigiert von Petra Jasper. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an die Redaktionsleitung unter den Telefonnummern 069-7565 1236 oder 030-2888 5168.)

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